Galerie Neher Essen
Christian Rohlfs: "Berglandschaft", 1919

Christian Rohlfs

"Berglandschaft", 1919

Wassertempera und schwarze Kreide auf Büttenkarton, 36,5 x 53 cm
N 8363

  
Christian Rohlfs begann zunächst in der Tradition der Weimarer Malerschule und wandte sich in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts dem Impressionismus zu. 1905 lernte er in Soest Emil Nolde kennen und orientierte sich unter dem Einfluss der Brücke-Maler Schmidt-Rottluff, Kirchner und Heckel am Expressionismus. Die Werke von Christian Rohlfs offenbaren die konsequente und logische Weiterentwicklung eines Malers zwischen zwei Jahrhunderten.

Rohlfs experimentierte mit unzähligen Maltechniken. Beispielsweise verwendete er manchmal ein Maltuch, mit dem er die Farben auftupfte. Oder er hielt gemalte Blätter unter die Handbrause, wusch die Farbe ab und übermalte die zarten Restspuren neu. Oft hellte er den Bildgrund durch Bürstenstriche auf und hinterklebte dabei entstandene Beschädigungen einfach wieder. Aufgrund dieser ausgefeilten und hochentwickelten Maltechniken ist Rohlfs'  Malerei kaum zu kopieren und ließ zahlreiche Fälscher in den letzten Jahren scheitern, denen die lebenslange handwerkliche Erfahrung fehlt. Als Hilfsmittel zur Verwirklichung bestimmter Bildvorstellungen ist Rohlfs' Maltechnik außerdem untrennbar mit seiner individuellen Weltsicht verbunden. Diese Verknüpfung der Technik mit dem durch sie erreichten Aussagegehalt schützt sein Werk vor Nachahmung.

(nach: Ausstellungskatalog Museum Folkwang, Essen 1988, "Christian Rohlfs, 1949-1938", Seite 98)
  
1919, im Entstehungsjahr dieser "Berglandschaft", heiratete der 70jährige Rohlfs die junge Helene Vogt aus Essen. Rohlfs war wie Erich Heckel sehr reiselustig. Das schöne und harmonische Bild ist in Bayern entstanden.
 
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