Kreide und Tempera auf Leinwand, 77 x 59 cm N 8688 Preis anfragen
Christian Rohlfs (1849 - 1938) war als Kind von einem Baum gestürzt und hatte sich eine Knieverletzung zugezogen, die sich später so verschlimmerte, dass sein rechtes Bein amputiert werden musste als er 24 Jahre alt war. Der Holsteiner Bauernsohn hatte schon als Kind aufgrund seiner Verletzung und langen Bettlägerigkeit viel gezeichnet und begann sein Kunststudium 1870 an der Großherzoglichen Akademie in Weimar. Christian Rohlfs malte zunächst in der naturalistischen Tradition der Weimarer Malerschule und wandte sich in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts dem Impressionismus zu. 1905 lernte er in Soest Emil Nolde kennen und entwickelte seinen expressiven Spätstil. In Rohlfs' "Huldigung" steht der Zusammenklang der sprühenden Farben im Vordergrund, das Bildmotiv löst sich bis zur Undeutlichkeit auf. Die kräftigen Farbformen überwinden das Gegenständliche und bilden eine rhythmische Farbkomposition. Das Personendreieck wird in der Bildmitte durch die leuchtende rote Farbe deutlich betont, als Mittelpunkt der Darstellung erahnt man nur schemenhaft einen Säugling auf dem Schoß der alten Frau. Farben, Formen und Linien lösen sich vom Motiv und verselbständigen sich zu einer fast gegenstandslosen Komposition, die in einer konzentrierten, feierlichen Stimmung erklingt.