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Fritz (Heinrich Friedrich Karl) Mackensen
"Wolken über der Hammeniederung", um 1895
Öl auf Pappe, 40,5 x 57 cm N 8684
Preis: 28.000,00 EUR
reserviert
unten rechts signiert
Auf Einladung der 27-jährigen Emilie Stolte (genannte Mimi), Tochter eines
Worpsweder Kaufmanns und Gemeindevorstehers, verbrachte Fritz Mackensen, gerade
als Student der Kunstakademie Düsseldorf eingeschrieben, erstmals im Jahr 1884
die Sommermonate in Worpswede. Zeit seines Lebens faszinierte ihn die dortige
Landschaft, das Teufelsmoor, beeindruckten ihn auch die dort lebenden Menschen.
Der Brief, den Mackensen am 17. August 1887 an seinen Malerkollegen und Freund Otto
Modersohn richtete, verdeutlicht diese Euphorie eindrücklich: "Wie
herrlich es hier ist, lieber Otto, kann ich Dir gar nicht beschreiben. Ach, wie
viel großartiger ist doch die Ebene als das Gebirge. Und wie originell ist nun
erst diese Ebene mit all ihren Eigentümlichkeiten! [...] Landschaftlich ist die Gegend ungeheuer reizvoll; [...] Als wir heute zurückfuhren, kam ich
unwillkürlich zu dem Gedanken, ach, könnte ich doch mit einem von Euch all das
Herrliche, was ich hier massenhaft schöpfen kann, teilen." Fasziniert von den Lichtverhältnissen, dem
Kargen und gleichzeitig besonders Authentischen dieses nördlichen Landstriches,
gelingt es Mackensen, seine Künstlerkollegen, neben Modersohn auch Hans am Ende,
Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler, für die kommenden 10 Jahre ebenfalls für
Worpswede zu begeistern und hier ab 1889 eine der bekanntesten deutschen
Künstlerkolonien zu etablieren. Übrigens eine, die bis heute zahlreiche
Künstler anzieht. Das vorliegende Werk zeigt das Feuchtgebiet Hammeniederung als Teil der
Teufelsmoorlandschaft. Auch heute noch ist diese Landschaft geprägt durch den
Flusslauf der Hamme, den auch Mackensen prägnant in sein Bild setzte. Weite und
strenge Natürlichkeit der nordischen Landschaft spiegeln sich in seiner
reduzierten Komposition eindrücklich wider. Im Entstehungsjahr dieses Bildes,
1895, hatte Mackensen für sein Gemälde "Gottesdienst im Freien" die
goldene Medaille der Münchner Künstlergenossenschaft erhalten.
Der schnell wachsende Ruhm des Künstlerdorfes und die Etablierung des Namens
Worpswede in der Kunstszene waren nicht mehr aufzuhalten. (Fritz Mackensen in einem Brief an Otto Modersohn vom 17. August 1887, hier zitiert nach: Marina Bohlmann-Modersohn; Otto Modersohn -
Leben und Werk, Bremen 2005, S. 25f.) (Andrea Fink-Belgin)