Adolf Richard Fleischmann (1892 - 1968) gilt als Wegbereiter der OP-Art. Zusammen mit Willi Baumeister, Walter Dexel und Carl Buchheister gehört der Maler heute zu den bekanntesten Vertretern konstruktivistischer Ideen in Deutschland. Seine frühen Werke setzen sich collageartig aus größeren Formen in gedeckten Farben zusammen. Nach 1950 entwickelt Fleischmann rhythmisch-lineare Flächengestaltungen, die optische Irritationen hervorrufen. Trotz der optischen Verunsicherung und der scheinbar wirren Kleinteiligkeit erweisen sich Fleischmanns Bilder als kompakt und ausgewogen angelegte Bildflächenkompositionen. In diesem Bild wird die dominante waagerechte Gliederung durch die darüber liegenden vertikalen Linien aufgefangen. In ihrer Schmalheit und Länge zunächst recht unscheinbar, erweisen sich diese vier farbigen Linien als kraftvoll genug, um ein deutliches Gegengewicht zu den schwarzen Hintergrundstreifen zu bilden. So zeigt sich dem Auge ein harmonisch-verwobenes Hin und Her, ein Auf und Ab, ein Ineinander und Zueinander der aus nur wenigen Farben und Formen bestehenden Komposition.