Aquarell auf Papier, 34,1 x 46,6 cm N 8675 Preis anfragen
Emil Nolde wurde 1867 als Emil Hansen im Dorf Nolde im deutsch-dänischen Grenzland geboren. Er lässt sich nur schwer in kunsthistorische Schul- und Epochenzusammenhänge einordnen und blieb als Künstler ein Einzelgänger. 1906 trat er in die Dresdener Künstlergemeinschaft "Die Brücke" ein, aus der er aber bereits ein Jahr später wieder ausschied. Das bestimmende Medium in Noldes Werk war stets die Farbe, die seit den 20er Jahren zunehmend zarter und transzendenter wurde. Dabei ermöglichte vor allem das Aquarell feinste Nuancierungen: Nolde trägt die Aquarellfarbe nicht in eine Vorzeichnung auf, so entfaltet sie sich selbst frei von jedem Umriss oder irgendeiner Linie. Emil Nolde reiste viel. 1913/1914 unternahm der 46-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Ada auf Einladung des Reichskolonialamtes hin als künstlerischer Berater seine größte Auslandsreise in die Südsee. Diese Expedition beeinflusste sein Leben und Schaffen sehr. Weitere Reisen waren geplant, konnten aber aufgrund der schweren Kriegs- und Nachkriegszeiten nicht verwirklicht werden. Alles Fremde und Exotische weckte die Erinnerung an die Südseereise, und Nolde ersetzte das Fernweh durch den Gang in den Zoo und in den Botanischen Garten. In der Zeit um 1923/24 entstanden viele exotische Blumenaquarelle, und auch die in Afrika beheimateten Kronenkraniche sind sicherlich durch einen Zoobesuch inspiriert.