Karl Schmidt-Rottluff: "Mit dem Hirschgeweih", 1968

Karl Schmidt-Rottluff

"Mit dem Hirschgeweih", 1968

Aquarell über Tusche auf Papier, 50 x 69 cm
N 8755
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Provenienz: Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung im Brücke-Museum, Berlin
unten rechts signiert und Werknummer: 689; rückseitig Stempel mit Archivnummer
  
Karl Schmidt-Rottluff malte dieses Aquarell als über Achtzigjähriger. Die mit Tusche kräftig umrissenen Formen der Bildgegenstände sind starkfarbig aquarelliert. Dabei bringen die Komplementärkontraste (Blau - Orange, Gelb und Violett) die Farben noch kräftiger zum Leuchten. Dies führt dazu, dass sich Vorder- und Hintergrund zu einer gleichberechtigt behandelten Bildflächenkomposition verbinden. Die Bildgegenstände erscheinen schablonenartig flach und auch ihr Schatten schafft keine tiefenräumliche Distanz, sondern erscheint als eigenständiger, gleichberechtigter Form- und Farbwert. So tritt das Gelb aus dem Hintergrund durch seine Leuchtkraft stark nach vorn - es liegt auch nicht "hinter" den Gegenständen, sondern fließt um sie herum, wobei an den Grenzen der Bildgrund stets durchscheint. Dadurch erscheint die Farbe losgelöst und frei schwebend und kann so ihre psychische Wirkung freier entfalten und Stimmungen vermitteln. Gelb dominiert als positive, lichte und lebensbejahende Farbe, die diesem Stillleben einen sonnig-warmen Charakter verleiht.
(Eva Müller-Remmert) 
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