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Ernst Ludwig Kirchner
"Zwei Akrobatinnen", 1932
Kreide auf Karton, 51 x 35 cm N 8854
Preis: 45.000,00 EUR
rückseitig Nachlassstempel und mehrere handschriftliche Beschreibungen des
Künstlers
Die großformatige
Kreidezeichnung ”Zwei Akrobatinnen” nimmt konkreten Bezug auf die ebenfalls
1932 entstandene Holzplastik "Akrobatenpaar” (Kirchner Museum Davos) sowie auf das gleichnamige Gemälde, das Kirchner um 1932 schuf. Außerdem existiert eine weitere motividentische, aquarellierte Bleistift- und Tuschezeichnung, die sich
heute ebenfalls im Kirchner Museum Davos befindet. Dem Thema der Akrobaten aus dem Varieté- und Zirkusmilieu widmete sich Ernst Ludwig Kirchner im Verlauf seines Schaffens immer wieder. Im bildhauerischen Werk gewann das Motiv in den
30er Jahren neue Aktualität und mündete in den stark abstrahierten Stil, der -
flächenkompakt vereinfacht - auch Kirchners Zeichnungen aus dieser Zeit prägt.
Dinge und Figuren sind mit wenigen, großzügig gesetzten Umrisslinien klar und streng in der Bildfläche verspannt. Jener dekorativ wirkende Flächenstil erreichte um 1930/32 seinen Höhepunkt. Kirchner orientierte sich nun vermehrt an zeitaktuellen Kunstäußerungen von Picasso, Braque oder Schlemmer und übernahm daraus Stilelemente in seine Bildschöpfungen. Die Linie wird
weitgehend autonom eingesetzt, ist gleichzeitig vital und dynamisch, erzeugt formale Spannung und gehorcht visueller Phantasie. (aus dem Katalogtext von Andreas Gabelmann)