Galerie Neher Essen
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Werk: Georg Meistermann: "Dunkle Felder", 1960

Georg Meistermann: "Dunkle Felder", 1960 Preis: 44.000,00 EUR
   
rückseitig auf der Leinwand bezeichnet, datiert, signiert
Werkverzeichnis Ruhrberg / Herold Nr. 452 mit Abbildung
  
Unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkrieges gelang es Georg Meistermann, an die damals aktuellen malerischen Tendenzen anzuschließen. Auch in seinen für säkulare ebenso wie für profane Bauten gestalteten Glasfenster entwickelte er eine vom Gegenstand losgelöste Formensprache. Erscheint die Thematisierung von Licht für die Gestaltung von Glasfenstern naheliegend, so macht sich Meistermann diesen inhaltlichen Schwerpunkt auch für eine Tafelbildmalerei zu eigen. Besonders seine in den 1950er und 1960er Jahren entstandenen Werke zeigen von Licht getragene Kompositionen. Weniger scheint aber das Licht als inhaltliche Komponente auf, vielmehr scheint es den Farben gleichsam innezuwohnen.
Dem Betrachter, der sich auf die Erlebnisse, die während einer intensiven stillen Bildbetrachtung einstellen können, einlässt, wird auch das Gemälde "Dunkle Felder" aus dem Jahr 1960 faszinieren. Unterschiedliche Farbfelder in erdig dunkler Tonigkeit scheinen hier dem Betrachter entgegen zu schweben. Hatte Meistermann in den 1950er Jahren mit den sogenannten "Fastentüchern" bereits die geistig immaterielle Welt jenseits der bildlichen Materialität angesprochen, so verstärkte er durch einen Rückgriff auf ein stark geometrisch geprägtes Gefüge verschiedener Farbfelder den Tiefensog ebenso wie den Eindruck des Hervortretens der Bildelemente. Zahllose dünn aufgetragene Farbschichten erzeugen in diesen Werken die für Meistermanns Werk so wichtige Kategorie des Schwebens. Meistermann selbst sprach von einem "Entgegenschweben von Welt", welches zum Thema seiner Malerei geworden war. Das in dunkler, monochromer Farbigkeit gestaltete Bild regt zur Kontemplation ebenso wie zu meditativer Betrachtung ein.
(Andrea Fink-Belgin)
  


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