Werk: Eberhard Viegener: "Soest", 1960
Preis: 9.800,00 EUR
unten rechts monogrammiert, datiert
Eberhard Viegener war als Maler Autodidakt. Nach einer Malerlehre im Geschäft seines
Vaters wandte er sich, beeinflusst durch Wilhelm Morgner, Christian Rohlfs und
Vincent van Gogh, zunächst dem Expressionismus zu. Nach dem Ersten Weltkrieg
bis etwa Mitte der 30er Jahre schloss er sich der Neuen Sachlichkeit an, die
als seine bedeutendste Schaffensphase anzusehen ist. Eberhard Viegener wurde
von den Nationalsozialisten als "entarteter" Künstler eingestuft,
1937 wurde ein Teil seiner Bilder beschlagnahmt. Nach 1945 wendete er sich zu
einer mehr malerisch-expressiven Gegenständlichkeit hin und folgte in seinem
Spätwerk auch abstrakten Zeitströmungen. Viegener wurde 1947 Präsident des
Westdeutschen Künstlerbundes, 1960 verlieh ihm das Land Nordrhein-Westfalen den
Ehrentitel Professor.
Dieses
Ölbild seiner Heimatstadt Soest ist ein Spätwerk in leuchtender Farbigkeit. Aus
einzeln nebeneinander gesetzten Farbflecken setzt sich die Stadtansicht
zusammen: ein lebendiger "Organismus" aus miteinander verwobenen
Feldern im Vordergrund, Häusern in der Mitte und den darüber dominierenden
bekannten Soester Kirchtürmen.
(Eva Müller-Remmert)