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Werk: Christian Rohlfs: "Kirche im Tessin", 1930
Preis: 58.000,00 EUR
Christian Rohlfs experimentierte mit unzähligen Maltechniken und verwendete statt eines Pinsels manchmal ein Maltuch, mit dem er die Farben auftupfte. Oder er hielt gemalte Blätter unter die Handbrause, wusch die Farbe ab und übermalte die zarten Restspuren neu. Oft hellte er den Bildgrund durch Bürstenstriche auf und hinterklebte dabei entstandene Beschädigungen einfach wieder. Aufgrund seiner ausgefeilten und persönlichen Technik ist Rohlfs' Malerei kaum zu kopieren und ließ zahlreiche Fälscher in den letzten Jahren scheitern, denen die lebenslange handwerkliche Erfahrung fehlt. Als Hilfsmittel zur Verwirklichung bestimmter Bildvorstellungen ist Rohlfs' Maltechnik außerdem untrennbar mit seiner individuellen Weltsicht verbunden. Diese Verknüpfung der Technik mit dem durch sie erreichten Aussagegehalt schützt sein Werk vor Nachahmung.
(nach: Ausstellungskatalog Museum Folkwang, Essen 1988, "Christian Rohlfs, 1949-1938", Seite 98)
Auch die "Kirche im Tessin" besitzt Kratz- und Schabspuren, die zur optischen Auflösung des Motivs und der Befreiung der Farbe führen. Licht, Luft, Farbe und Motiv durchdringen einander, Vorder- Mittel- und Hintergrund erscheinen netzartig verwoben, so dass das Gebäude und der dahinter liegende Himmel einander durchdringen und in lichter Farbigkeit miteinander verschmelzen.