Werk: Otto Ritschl: "Komposition", 1967
Preis: 20.000,00 EUR
unten links signiert, datiert, rückseitig bezeichnet
Werkverzeichnis Kurt
Leonhard Nr. 1967/14
Das Werk von Otto Ritschl ist auf das Engste mit seinem Leben verbunden. Der häufig als Einzelgänger beschriebene lebte und arbeitete in Wiesbaden in einem Atelier von ”klinischem Weiß und penibler
Aufgeräumtheit”, so der Kunstkritiker Hanno Reuther. Seinen Besuch im Wiesbadener Atelier des Künstlers beschrieb Reuther 1965 folgendermaßen: ”... eine leere, saubere Staffelei steht in dieser, wie soll man sagen: hohen und weiten Montagehalle oder Werkstatt, keinerlei buntes Malergerümpel, wenige
Pinsel und Töpfe auf einem Brett, rein nichts an den Wänden, auf der einen Stirnseite fallen gewaltige meterlange Stereomikrofone auf, visavis bis fast unter die Decke dichtbeladene Stellagen mit einigen hundert bemalten Leinwänden
im Keilrahmen darauf - kein einziges Ritschlbild hat einen Auftritt. Ein Œuvre kehrt sein Gesicht zur Wand. Nachhaltiger Eindruck: völlige Übereinstimmung von Werk, Person und Milieu. Ritschl, hoch, hager, agil.” Ritschls künstlerisches Ziel war es, das Unendliche in
seine Malerei aufzunehmen. Entsprechend galt es, die Mittel hierfür auszuwählen
und einzusetzen. ”Ich vermied dick aufgetragene materiell wirkende Farbe, ließ
jahrelang das deckende Weiß fort, weil es die Flächen verhärtet, und nutzte den
durchscheinenden Grund. Ich malte einfarbige Bilder, kam nach und nach wieder zur vollen Palette und versuchte alles, um schließlich nichts weiter zu behalten als die farbige Erscheinung. Das Bild, das etwas ist und nichts mehr darstellen soll.”
(Andrea Fink-Belgin)