Werk: Adolf Luther: "Stehlinse (N 8821 und N 8822)", 1980er Jahre
Preis: je14500,00
Der promovierte Jurist
Adolf Luther war einer der radikalsten Vertreter der deutschen Lichtkunst.
Licht, welches in der traditionellen Kunst, wie beispielsweise im
Impressionismus, malerisch bearbeitet wurde, gelangte in der Kunst Luthers zum
eigentlichen Thema, denn Luther thematisierte Licht als Energieform. Der 1912 in
Krefeld-Uerdingen geborene Luther war Autodidakt und hat nie eine Kunstakademie
besucht. Nachdem er sich ab den 1940er Jahren u.a. während seiner Zeit als
Soldat in Frankreich bereits mit Kunst beschäftigt hatte und 1946 mit
impressionistisch anmutenden Bildern an einer Ausstellung niederrheinischer
Künstler im Kaiser Wilhelm Museum Krefeld teilgenommen hatte, gab er Ende der
1950er Jahre seinen bürgerlichen Beruf als Richter auf und widmete sich
ausschließlich seiner künstlerischen Karriere. Ende 1962 entstehen seine ersten
Lichtobjekte aus zerschlagendem Glass. In diesen Objekten fangen Glasscheiben
Licht ein und lassen es an den Bruchkanten aufleuchten. Ab Mitte der 1960er
Jahre übernahmen dann optisch hochwertigere Materialien wie beispielsweise
Brillengläser, Prismen und konkav oder konvex gewölbte Hohlspiegel die Aufgabe,
das Licht im Innen- oder Außenraum sichtbar zu machen. Diese Spiegel vergrößern
oder verkleinern den ihnen gegenüber gestellten Gegenstand, wie beispielsweise
auch die hier gezeigte Stehlinse. Neben der Beschäftigung mit dem Licht ist
somit auch die Auseinandersetzung mit der Faktizität der uns umgebenden realen
Umwelt Thema in Adolf Luthers Kunst.
(Andrea Fink-Belgin)