Werk: Karl Otto Götz: "BILPH VII", 1996
Preis: 7.500,00 EUR
signiert
aufgenommen in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis
Der 1914 in Aachen geborene Karl Otto Götz gilt nicht nur als formellster unter den deutschen Informellen, sondern auch als einer der vielseitigsten. Bereits 1933, während er die Kunstgewerbeschule in Aachen besuchte, entstanden seine ersten abstrakten Arbeiten. Und auch ungeachtet des Mal- und Ausstellungsverbots durch die deutschen Nationalsozialisten arbeitete er weiterhin künstlerisch. Götz fertigte mit Hilfe von Schablonen die sogenannten Spritzbilder an, die bereits informelle Strukturen vorwegnehmen. Während des 2. Weltkrieges war Götz unter anderem in Norwegen stationiert. Dort entstand die Fakturenfibel, in der er sein künstlerisches Fundament amorpher Formen fand. Götz experimentierte bis in die 1950er Jahre hinein mit verschiedenen künstlerischen Medien, es entstanden Luftpumpenbilder, Fotogramme und Holzschnitte. In den konstruktiv-abstrakten Ölbildern entwickelte er Ende 1952 die Rakeltechnik. Neben der Benutzung einer Rakel, mit der Götz die Farbe auf der Leinwand verteilte, ist seiner Malweise ein besonderer Zeitduktus zu eigen. Kontrollierter Zufall und Schnelligkeit spielen eine entscheidende Rolle im Werk von K. O. Götz. Und ein kurzer wiewohl komprimierter Schöpfungsakt ist Voraussetzung für die Realisierung der Bilder. "Zirka 2 Sekunden - Dauer der ersten Niederschrift. Pause. Kontrolle des Geschehenen. Meditation des Kommenden. Zirka 1 Sekunde - Dauer der zweiten Niederschrift mit der Rakel. Pause. Kontrolle des Geschehenen. Meditation des Kommenden. Zirka eine halbe Sekunde - Dauer des dritten und letzten Eingriffs mit leerem Pinsel. Lange Pause und Kontrolle des fertigen Bildes: Anerkennung oder Auslöschung".
(Götz, K.O.; Gemaltes Bild - Kinetisches Bild, in: blätter + bilder, Heft 5, Würburg/Wien 1959, wiederabgedruckt in: Karl Otto Götz zum 80. Geburtstag, Malerei - Arbeiten auf Papier, Ausst.-Kat. Städtisches Museum Haus Koekkoek, Kleve und Märkisches Museum der Stadt Witten, Kleve 1994, S. 11.)
(Andrea Fink-Belgin)