Galerie Neher Essen
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Werk: Lyonel Feininger: "Neppermin - Ostsee", 1914

Lyonel Feininger: "Neppermin - Ostsee", 1914 Preis: 35.000,00 EUR
  
unten rechts datiert
Die Echtheit der Zeichnung wurde von Achim Moeller bestätigt.
   
Der ursprünglich als Karikaturist arbeitende Lyonel Feininger war 36 Jahre alt, als er die Malerei gänzlich für sich entdeckte. In der Folge entstand ein faszinierend singuläres Œuvre. Nachdem 1911 sechs Gemälde im Pariser „Salon des Artistes Indépendants („Salon der unabhängigen Künstler“) ausgestellt worden waren, begann die internationale Karriere des Amerikaners, der seit 1888 in Berlin lebte. Das Jahr 1913 wurde zum entscheidenden Wendepunkt in seinem Schaffen. In den zahlreichen „Naturnotizen“, die seit diesem Jahr in Weimar und Umgebung entstanden, wo Feininger sich seit 1910 vielfach aufhielt, liegen die Ursprünge für zahlreiche - heute weltberühmte - Leinwandkompositionen. In dieser Zeit entwickelte Feininger seine einzigartige, das Kristalline thematisierende Bildsprache. Während der Sommermonate 1908 bis 1912 weilte die gesamte Familie häufig auf der Ostseeinsel Usedom in den Ortschaften Benz, Heringsdorf und Neppermin. Der Künstler erkundete auch hier die Umgebung zu Fuß und mit dem Fahrrad, so daß neben den Skizzen der Weimarer Umgebung ebenfalls Studien der Landschaft Usedoms das Werk Feiningers prägen. Das Dorf Neppermin muss Feininger ganz besonders gefallen haben, denn es gibt keinen anderen Ort auf Usedom, der so häufig in Zeichnungen und Skizzen festgehalten wurde. Das vorliegende Blatt zeigt eine Dorfstraße von Neppermin sowie den Zugang zum Bootsanleger. Der Mittelgrund ist durch den Blick auf das Achterwasser und zwei Boote geprägt. Die Strichführung verweist hier allerdings weniger auf eine schnelle Notiz vor der Natur als vielmehr auf eine nach Skizzen angefertigte, konzentrierte Vorarbeit für das 1915 entstandene Gemälde “Hafen von Neppermin“. Formverteilung sowie die Farbgebung, besonders die auratische Färbung der Himmelsregion entsprechen der Öl auf Leinwand-Fassung, die sich heute um Art Institute of Chicago befindet.
(Andrea Fink-Belgin)


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