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Werk: Victor Vasarely: "Hat - Poup - Va", 1972

Victor Vasarely: "Hat - Poup - Va", 1972 Preis: 88.000,00 EUR iMehrwertsteuer wird nicht ausgewiesen
   
rückseitig betitelt, datiert, signiert
  
Der gebürtige Ungar Victor Vasarely entwickelte mit seinem in der Tradition des Konstruktivismus stehenden ästhetischen Ansatz eine Kunstsprache, die für viele Menschen bis heute schnell nachvollziehbar ist. Da sein seit den 1950er Jahren entwickeltes Farb-Formenrepertoire auf einer rein optischen Wirkung basiert, kann es unabhängig von Bildung und Kultur verstanden werden. ”Mein Ziel ist es, eine Kunst zu schaffen, die ein gemeinsames Gut und allen zugänglich ist, und das zum körperlichen und seelischen Wohl der Menschheit”,1 war eines seiner Credos. Nicht die Nachahmung der realen Welt steht für Vasarely im Mittelpunkt seiner Kunst, vielmehr entwirft er anhand eines geometrischen Formenkanons eigenständige Bezugssysteme. Und obgleich diese eine von der Realität autonome, funktionierende Kunstwelt erschaffen, basieren sie auf den Grundlagen der Optik, die maßgeblich das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt prägt. Somit fungieren die Werke Vasarelys zwar weiterhin in der eigenständigen Welt der Kunst, sind aber gleichzeitig auf das Engste mit der Umwelt des Betrachters verbunden. Zum einen beeindrucken Vasarelys Werke stets durch ihren hohen Grad an Ästhetik verbunden mit einer kaum mehr nachvollziehbaren technischen Qualität und Raffinesse, andererseits verdeutlichen sie - besonders in den Werken der ”Vega”-Serie, zu dem auch das hier vorliegende Werk gezählt werden dürfte - die Unbegreifbarkeit und die Relativität der Erscheinungen. All dies, was für die Betrachter auch in dem Werk ”Hat-Poup-Va” aus dem Jahr 1972 plastische Ausmaße zu haben scheint, ist plane Malerei. ”Der plastische Raum, Ort der Formen und Farben, muß notwendigerweise mehr sein als die zweidimensionale Fläche des Tafelbildes. Tragik und Triumph des Malers ist es seit je her gewesen, das Unmögliche zu verwirklichen: mehr mit weniger zu geben, auf dieser einen Fläche mehr zu geben als nur eine Fläche”.2
(Andrea Fink-Belgin)
   
1 Victor Vasarely, hier zitiert nach: Susanne Pfleger, Vasarely nach Vasarely, in: Ausst. Kata. Vasarely - Erfinder der OP-Art, hrsg. v. Richard W. Gassen, Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen am Rhein, 9.11.1997 - 25.1.1998, Kunstverein Wolfsburg 8.2. - 19.4.1998, Quadrat - Bottrop Josef Albers Museum, 17.5. - 23.8.1998, Ostfildern 1997, S. 183 - 191, hier: S. 183.
2 Ebd.
  
(Andrea Fink-Belgin)


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