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Werk: Erich Heckel: "Herbst im Lahntal", 1933

Erich Heckel: "Herbst im Lahntal", 1933
  
signiert, datiert, betitelt
                            
- mit handgearbeitetem Modellrahmen und  spiegelfreiem, UV absorbierendem Glas -
  
Von einem hochgelegenen Betrachterstandort, gleichsam aus der Vogelperspektive, schweift der Blick über die landschaftlich reizvolle Topographie des Lahntals. Von einem Kartoffelfeuer im Bildzentrum steigt dichter Rauch auf und verdeckt teilweise die dahinter liegenden Felder. Im rechten Hintergrund ragt die Kulisse der Lubentius Basilika in Dietkirchen, heute Stadtteil von Limburg, empor und prägt zusammen mit der Feuerstelle einen optischen Fixpunkt im ansonsten vielgestaltig bewegten, formal und farblich abwechslungsreichen Landschaftsbild.
Das Aquarell „Herbst im Lahntal“ schuf Erich Heckel im Spätjahr 1933 im Zuge einer Reise, die ihn durch die Regionen der Pfalz, der Saar und der Lahn führte. Darin äußert sich beispielhaft das für die Kompositionen der Landschafts- und Städtebilder der späten 20er und frühen 30er Jahre verbindliche Überschauprospekt mit panoramaartiger Ausdehnung des Bildraumes, das alle wesentlichen Einzelelemente einer Landschaftssituation in ihrem Verhältnis zur Gesamtheit der Gegend betont. Felder und Wiesen, Hecken und Bäume, gerundete Hügelkuppen und ansteigende Waldflächen, entwickeln ein dicht gestaffeltes, organisch-ornamentales Eigenleben und bestimmen als graphische Strukturen das tektonische Gefüge der dynamisch wogenden Bildorganisation. Deutlich wird Heckels ausgeprägtes Interesse am Formen- und Farbreichtum der beobachteten Szenerie. Seine ebenso kraftvolle wie subtile Bildsprache konzentriert sich auf die der Landschaft innewohnenden Strukturmerkmale. Eine klare Rhythmik durchzieht die Komposition. Intensiviert wird dieser Eindruck durch die flächige Vereinfachung und Stilisierung der Landschaft auf einzelne, konturbetonte Farbzonen, die in gegenläufigen Schwüngen und Bögen das Bildganze gliedern. Für besondere Akzente sorgen die weißen Rauchschwanden: wirkungsvoll kontrastiert dabei das Flüchtige und Veränderliche von Luft und Rauch mit dem Festgefügten von Landschaft und Architektur. Im Zusammenspiel mit den abgeernteten Feldern steigert das Feuer den herbstlichen Stimmungscharakter des Bildes.
(Andreas Gabelmann)


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