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Werk: Erich Heckel: "Erste Blätter", 1968

Erich Heckel: "Erste Blätter", 1968
  
unten rechts signiert, datiert "Heckel 68"
rückseitig bezeichnet „Erste Blätter”
     
- mit Modellrahmen -
  
Im stetigen Dialog mit der stillen Welt der Dinge widmete sich Erich Heckel zeitlebens dem Thema des Stilllebens. Neben dem sinnlichen Reiz der beobachteten Gegenstände war diese Gattung für den Maler vor allem auch eine kompositorische Herausforderung, der er sich in zahlreichen Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken stellte. Eine besondere Vorliebe pflegte Heckel für das Motiv des Blumenstückes, das bis in die spätesten Schaffensjahre hinein eine wesentliche Bildaufgabe blieb.
Das vorliegende, 1968 entstandene Aquarell „Erste Blätter” ist eines der letzten Aquarelle im Gesamtwerk des Künstlers, das durch einen im Frühjahr 1968 erlittenen Schlaganfall seinen Schlusspunkt fand. Vor hellblau-weißer Hinter-grundfläche erscheinen als zentrales Motiv frisch austreibende Kastanienzweige in einem dunkelblau bemalten Tonkrug. Das nahsichtige Heranrücken an den Gegenstand blendet den Umraum weitgehend aus. Flankiert wird die Vase mit den Zweigen im linken Vordergrund von einem skulpturalen Objekt, bei dem es sich um ein afrikanisches Artefakt – ein Pfeifenkopf aus Kamerun – handelt, das Heckel vermutlich von seinem Bruder Manfred erhielt, der vor dem Ersten Weltkrieg als Eisenbahningenieur in Ostafrika tätig war. Dieser exotische, für die bedeutende Kulturregion des Kameruner Graslandes besonders -typische Gegenstand befindet sich noch heute im Hause des Künstlers. Das Aquarell lebt vorrangig aus dem spannungsreichen Kontrast zwischen der dynamischen Bewegtheit der linear in den Raum ausgreifenden Zweige und der harmonischen Ruhe der flächig reduzierten Umgebung. Für wirkungsvolle Akzente sorgt zusätzlich die intensiv leuchtende Farbigkeit, die auf das subtile Zusammenwirken von Blau-, Ocker- und Grüntönen abgestimmt ist. Im Mittelpunkt des gestalterischen Interesses stand für Heckel das Mit- und Gegeneinader von ornamental bewegter Naturform und strenger, auf Einfachheit und Klarheit abzielender Komposition. Trotz des hohen Alters des 85-jährigen Malers und des nahenden Abschlusses seiner Schaffens gewinnt das Sujet der aufblühenden Kastanienzweige gleichsam symbolhafte Bedeutung: Die Kraft der neu erwachenden Natur überdauert alle Zeitläufte und -animiert den schöpferischen tätigen Menschen bis zuletzt zu einer eindrucksvollen Lebendigkeit der Bildaussage.
Das Motiv „Erste Blätter” hatte Erich Heckel 1967 auch in der farbigen Lithographie „Zweig” (Dube L 396) verarbeitet, die als Jahresblatt für 1968 gedacht war. Ausgestellt war das Werk 1972 in der Einzelschau „Erich Heckel – Grafik und Aquarelle der späten Jahre” in der Städtischen Galerie Fauler Pelz in Überlingen (Kat. Nr. 40). Von 1976 bis 1994 befand sich das Aquarell als Leihgabe aus dem Nachlass des Künstlers im Brücke-Museum, Berlin.
(Andreas Gabelmann)


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