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Werk: Otto Modersohn: "Frühling im Moor (Wollgras)", 1940

Otto Modersohn: "Frühling im Moor (Wollgras)", 1940
  
- mit Modellrahmen -
  
unten rechts signiert, datiert "O. Modersohn 40"
Expertise Rainer Noeres vom 28.8.2013, Otto Modersohn Museum, Fischerhude
  
1940 – schon viele Jahrzehnte liegt die Worpsweder Zeit und damit der künstlerische Aufbruch hinter Otto Modersohn, aber noch einmal kehrt der leidenschaftliche Landschaftsmaler in Motiv und Komposition zurück zu einer Darstellung des Teufelsmoors, wie sie auch sein Frühwerk hätte hervorbringen können. Fast schnurgerade durchzieht der Horizont das Bild und teilt es in zwei Hälften. Ein diagonal verlaufender Weg und der flankierende Moorkanal ziehen den Blick des Betrachters in die Tiefe des Bildes hinein.
Nichts verstellt die Sicht auf die flache, scheinbar grenzenlos sich erstreckende Landschaft, nur ein paar kleine Häuser und eine Handvoll von Bäumen ragen zaghaft aus der Ebene hervor. Eine win-zige Figur taucht inmitten der Weite des Moors auf, ihr einziger Zweck scheint zu sein, die Menschenleere der ausgedehnten Landschaft zu betonen. Über all dem wölbt sich der Himmel mit seinen eindrucksvollen Wolkenformationen, die sich mächtig und scheinbar vom Wind getrieben über der Landschaft auftürmen.
Damit greift der 75-jährige Maler drei Jahre vor seinem Tod noch einmal ein zentrales Motiv der Worpsweder Land-schaftsmalerei auf. Das flüchtige Spiel des sich besonders schnell verändernden Himmels mit seinen über das Land hinwegjagenden Wolkenbergen war von allen Worpsweder Malern geliebt und häufig ins Bild gesetzt worden.
Mit dem blühenden Wollgras, das mit seinem charakteristischen weißen Schopf wie Tausende von „Wattebäuschen” den braunen Moorboden überzieht, hält der erste Frühlingsbote Einzug ins Moor.
(Doris Hansmann)


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