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Werk: Emil Nolde: "Rote Amaryllis", um 1930

Emil Nolde: "Rote Amaryllis", 1930
  
unten rechts signiert "Nolde"
Fotoexpertise Prof. Dr. Manfred Reuther, Nolde Stiftung Seebüll 23.10.2006
 
- mit Modellrahmen -
  
"Es war auf Alsen mitten im Sommer. Die Farben der Blumen zogen mich unwiderstehlich an, und fast plötzlich war ich beim Malen. (…) Die blühenden Farben der Blumen und die Reinheit dieser Farben, ich liebte sie." So schilderte Emil Nolde in seiner Autobiographie seine Faszination für das Motiv der Blumen, dem er zeitlebens mit großer Leidenschaft verbunden blieb. Anfänglich noch auf der Ostseeinsel Alsen, später dann auch in Utenwarf, wo Ada und Emil Nolde seit 1916 ein altes Bauernhaus bewohnten, und schließlich ab 1927 in Seebüll in dem nach seinen Entwürfen erbauten Wohn- und Atelierhaus hatte der Maler einen eigenen Blumengarten angelegt, der ihm stetige Inspiration und unerschöpfliche Impulse für seinen zahlreichen Blumen- und Gartendarstellungen lieferte. Aus dem unmittelbaren Erlebnis der Natur begann Nolde sich intensiv mit dem physischen und sinnlichen Ausdruckswert reiner, strahlkräftiger Farben zu beschäftigen. Neben dem Sommergarten hegte der Künstler eine Vorliebe für exotische Gegenstände und Pflanzen. So bildet die umfangreiche Werkgruppe der Blumenbilder, bei welcher den Maler weniger sorgsam arrangierte Stilleben als vielmehr das reiche Spektrum der natürlichen Farben und Formen der Pflanzen interessierten, eine zentrale Konstante in seinem Schaffen. Insbesondere im Medium der Aquarellmalerei eroberte sich Nolde ein wirkungsadäquates Ausdrucksmittel, um die emotionale Macht der Farben mit gesteigerter Intensität auf das Papier zu bannen. Im freien Fluss der wässrigen, mit raschem Pinselgestus aufgetragenen Farbmaterie auf dem saugkräftigen Japanpapier erkundete er die mannigfachen Optionen unkonventioneller Bildgestaltung. So gewinnt das zu maximaler, gleichsam irisierender Leuchtkraft gesteigerte Kolorit auch in der vorliegenden Darstellung einer rotblühenden Amaryllis vor tiefblauem Grund an expressiver Energie und geradezu explosiver Vitalität. Unter Verzicht auf unwesentliche Details oder allzu akkurate Formgebung sowie mittels seiner virtuosen Maltechnik setzt Nolde das liebliche Sujet formatfüllend und eindrucksvoll in Szene: subtile Überlagerungen und energische Durchdringungen von transparenten Farbschichten, delikate Verdichtungen und Auflösungen von Flächen und Konturen, verbunden mit experimentierfreudigen Schlieren und unregelmäßigen Verläufen des Nass-in-Nass-Malverfahrens, erklären die Farbe zum autonomen Gestaltungsfaktor und verleihen dem Aquarell als prächtiges Gebilde eine unverfälschte Frische und lebhafte Leichtigkeit.
(Andreas Gabelmann)


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