AKTUELL: Arbeiten des Künstlers sind bis Mitte Oktober in den USA zu sehen. Mehr Informationen HIER auf unserer Website. In der Schweiz nimmt der Künstler teil an einer Gruppenausstellung, die noch bis zum Sommer 2009 durchgehend zu besichtigen ist - Infos HIER auf unseren Seiten.
1938 geboren in Witten, Deutschland
1958-1959 Studium an der Universität Münster
1959-1961 Werkkunstschule und Universität des Saarlandes, Saarbrücken
1963 Künstlersiedlung Asterstein, Koblenz
1964-1967 Stipendien und Preise der Aldegrever Gesellschaft, Münster; Fritz Berg Stiftung, Hagen; Stadt Gelsenkirchen
1967-1970 lebt in Gelsenkirchen, u.a. Künstlersiedlung Halfmannshof
1970-1984 wohnhaft in Gorinchem, Niederlande, u.a. Kunstcentrum Badhuis
1975-1984 Atelier und Aufenthalt in Carrara, Italien
1977-1998 Dozent an der Academie van Beeldende Kunsten, Rotterdam
1981-1982 Rundreise durch Europa
1984 Umzug nach Holland
1998 bis heute Atelier und Ausstellungen in Los Angeles; Ausstellungen in ganz Europa und USA
Ewerdt Hilgemann begann 1984 mit sogenannten "Implosionen" von geometrischen Hohlkörpern. Seine kubischen Edelstahlobjekte werden mittels einer Vakuumpumpe (manchmal auch durch das Entleeren des mit Wasser gefüllten Hohlraumes) langsam luftleer gepumpt und dabei durch den äußeren Luftdruck zusammengedrückt. Dabei bleibt die Außenhülle in ihrer glänzenden Perfektion erhalten und erweckt beim Betrachter optische und analytische Irritation: Die Objekte sind zerbeult ohne Spuren einer Außeneinwirkung, wobei sich deutlich vermittelt, dass hier eine enorme Kraft gewirkt haben muss. Das implodierte Endwerk repräsentiert das Zufallsprodukt eines physikalischen Vorganges und thematisiert gleichzeitig Schönheit und Einzigartigkeit des geometrisch Unperfekten. Die verbogenen Objekte vermitteln beeindruckende Präsenz und besitzen im Gegensatz zu ihrer Urform enorme ästhetische Ausdruckskraft. Hilgemanns monumentale Prototypen bestehen aus sorgfältig verarbeitetem, stabilem Edelstahl. Ihre sich in sich selbst vollziehende Transformation ist kein plötzliches Geschehen, sondern eine kraftvolle, langsame Metamorphose. Dabei ist der Vorgang der Implosion kein Happening, sondern ein schöpferischer Akt, der sich im fertigen Kunstwerk sichtbar manifestiert. Damit geben Hilgemanns fertige Implosionen Anlass zu existentieller Besinnung. Innere Wandlungen bedingen äußerliche Veränderungen. Die aufgewendete Kraft bleibt fühl- und spürbar und macht aus einem gleichförmig-perfekten Serienerzeugnis ein einzigartiges Individuum mit eigener Geschichte und der Faszination persönlicher Ausstrahlung.