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Bernard Schultze

"Leichte Brise 1", 2002

Aquarell auf Karton

73 x 51 cm / gerahmt 91 x 68 cm  ″

unten rechts datiert, signiert, betitelt
"2002 Bernard Schultze "leichte Brise 1" "

- mit Modellrahmen -

N 9222

7.800 EURO


Über das Werk

Bernard Schultze, der in Berlin aufgewachsen ist, hat sein gesamtes Frühwerk im 2. Weltkrieg verloren. Ab 1968 lebte er mit seiner Frau, der Künstlerin Ursula, in Köln, wo er im Jahr 2005 auch verstarb. Die Eindrücke von Zerstörung und Krieg hinterließen in seinem Werk tiefe Spuren. "Mit Hölzern, den Händen, dem Pinsel ließ ich mich treiben über den horizontal liegenden Malgrund, geriet in eine Panik des horror vacui, versuchte mich zu befreien, indem ich das Farbterpentin darübergoß. Lachen, Hügel, Täler, Schrunden, borkige Wucherungen bildeten sich, die zerbröckelnden Wände, die Delta-Landschaften, die Wüsten, Steppen und Karstgebiete, Rußlands Weite tauchte auf, die dunklen, grünen Wälder meiner Kindheit an der polnischen Grenze. Solche Bilder, Erinnerungsfetzen stürzten in mich, ich ließ mich fortschwemmen von ihnen in einer Kette von Assoziationen, und gleichzeitig versuchte ich mir über die Schulter zuzusehen. Das erregende Spiel, Einfall und Kontrolle in rasender Folge, hatte begonnen. Das war die Stimulanz, deswegen war Malen Ersatz für Leben."
So basiert auch die Schöpfung informeller Bilder weder auf traditionellen Kompositionsschemata noch auf zuvor erarbeiteten bildnerischen Konzepten. Vielmehr werden die eigene Subjektivität und auch der Zufall zu kompositorischen Mitteln erhoben. Daher lassen sich informelle Werke in ihrer genauen Wirkung auch nur schwer exakt zuschreiben. Rolf Wedewer formulierte diesen grundlegenden Zweifel der informellen Malerei, deren Entstehungszeit unmittelbar nach dem Grauen des nationalsozialistischen Regimes liegt, besonders eindrücklich: "Das Informel allgemein ist ein radikal vollzogener Zweifel an jeglicher Verläßlichkeit; reflektiert wird die Erfahrung des Bruchhaften, der Brüchigkeit von Wirklichkeit und Welt."
(Andrea Fink)


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