Siegward Sprotte - Insel im Watt, 1986

Gouache auf Papier

64 x 49 cm / gerahmt 86 x 70 cm
25 x 19 inch / gerahmt 33 x 27 inch

unten rechts datiert, signiert "Mai 1986 Sprotte"

N 9274

8.500 €

Über das Werk

Zarte Grüntöne und wenig Braun vor einem hohen Himmel im Watt zeigt dieses Hochformat, welches als Improvisation im Atelier entstanden ist. Besonders diese Atelierarbeiten verdeutlichen, dass es Sprotte in seinen Werken keinesfalls um den Nachvollzug des in der Natur Gesehenen ging. Vielmehr gelangte er durch intensive Studien und Beobachtungen in der Natur zur Erkenntnis innerer Zusammenhänge und immanenter Strukturen der Natur an sich. Diese setzte er dann mit seinen Werken ins Bild.
Die "Insel im Watt" verdeutlicht dieses Phänomen gerade in dem Nebeneinander der verschiedenen Grün- und Brauntöne. Es wird augenscheinlich, dass der Künstler nicht die bloße Darstellung von Wiese und Erde beabsichtigt. Nicht eine bestimmte Insel ist hier gemeint, nicht eine topografisch genaue Nachformulierung interessiert den Künstler. Sprotte geht es darum, den Geist, die Energie, die Struktur der Naturlandschaft zu erfassen. Der Maler selbst beschreibt dieses Ziel in einer seiner Aphorismen: "In seinen verlorengegangenen Bekenntnissen zur Landschaftsmalerei betont Albrecht Dürer, auch eine Wolke, ein Baum oder ein Fels sei für ihn 'voller Figur'. Dürer überwand damals schon die willkürliche Unterscheidung in figurative und non-figurative Betrachtungsweise, die in unserem Jahrhundert Kunstgeschichte gemacht hat."
Somit ist Sprottes Malerei gleichzeitig eine figurative und eine abstrakte, die Landschaft bleibt erkennbar und doch ist sie soweit verallgemeinert und abstrahiert, dass sie als generelle Erscheinung von Natur erfasst und erfahren werden kann.
 

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Andrea Fink, Kunsthistorikerin

Die Kunsthistorikerin, Kuratorin und freie Publizistin Andrea Fink hat in Bochum und Wien Kunstgeschichte, Kultur- und Geisteswissenschaften, Neuere Geschichte und Philosophie studiert. 2007 folgte die Promotion zum Werk des schottischen Künstlers Ian Hamilton Finlay. Als freie Kuratorin und Kunstberaterin zählen zu ihren Auftraggebern u.a. Kunstverein Ahlen, Kunstverein Soest, Wella Museum, Museum am Ostwall Dortmund, ThyssenKrupp AG, Kulturstiftung Ruhr, Osthaus Museum Hagen, Franz Haniel GmbH, Kunsthalle Krems, Österreich.

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Siegward Sprotte, Insel im Watt, 1986, 64 x 49 cm / gerahmt 86 x 70 cm, N 9274
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