Heinz Mack - Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2016

Acryl auf Leinwand

78 x 100 cm / gerahmt 83 x 104 cm
30 x 39 inch / gerahmt 32 x 40 inch

unten in der Mitte signiert, datiert "mack 16"
rückseitig auf der Leinwand oben links signiert, datiert "mack 16"
rückseitig auf der Leinwand oben rechts signiert, datiert, Maßangabe "mack 16" 79 x 100 cm

- Atelier Rahmen -

N 9295

Über das Werk

Heinz Mack steht seit Jahrzehnten für eine ungegenständliche Malerei der einfachen, elementaren geometrischen Formen, für eine Malerei, in der, so der Künstler, „konstruktive Elemente gegenüber organischen Formen dominieren”. Während in einer Vielzahl seiner Arbeiten ein Zusammenspiel von Quadraten, Rechtecken, Rauten oder Dreiecken die Grundlage der Komposition bildet, sind andere Werke durch ein abstraktes, gleichmäßig über das gesamte Bild verteiltes Raster gekennzeichnet. Dabei arbeitet der Maler und Bildhauer gerne mit der „Parallelität einer Vielzahl von Geraden in vertikaler und horizontaler Anordnung” und betont: „Die Textur solcher Geraden ist unendlich variabel; ihr Prinzip ist die gleichzeitige oder periodische Abfolge.” In diesem Kontext scheint die „Chromatische Konstellation” von 2016 wie eine Rückbesinnung auf vielfach erprobte Strukturelemente und Kompositionsprinzipien, die schon Arbeiten der 1950er-Jahre bestimmt hatten. Deutlicher aber als in den meisten anderen Bildern des Künstlers stößt der Betrachter hier auf ein Davor und Dahinter, auf zwei sich überlagernde Bildebenen, die unterschiedlichen malerischen Haltungen folgen. Lebhaft tanzende Farbfetzen mit offenem Pinselauftrag in Regenbogenfarben, durchsetzt vom lichtvollen Weiß der hervorschimmernden Leinwand, sind formatfüllend über die Bildfläche verteilt. Nur selten zeigt sich Macks Malerei von so gestischer Natur wie hier – Heiterkeit und tänzerische Bewegung, Vitalität, formale Offenheit und individueller Duktus sind ihre emotionalen und gestalterischen Eigenschaften. Doch wird dieser beschwingte Reigen der munteren Farben gleichsam eingefangen und gebändigt von horizontalen blauen Streifen, die in regelmäßigen Abständen das Bild überziehen – nüchtern und formal strukturiert, wie ein optisches Gitter, ein übergeordnetes Raster, das Durchblicke auf die dahinterliegende Bildebene eröffnet. Der imaginären Ausdehnung der ungestümen Farbigkeit über den Bildrand hinaus bietet der innerbildliche Rahmen Einhalt und schafft damit Ordnung und Disziplin, wo dynamische Ausdehnung und lebhafte Expressivität angelegt sind. Ein außergewöhnliches Gemälde, das auf ganz eigene Art den beiden grundlegenden Prinzipien im Schaffen des Künstlers folgt.

 

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Doris Hansmann, Kunsthistorikerin

Studium der Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Anglistik und Romanistik an der Universität zu Köln, 1994 Promotion. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstmuseum Düsseldorf. Lektorin und Projektmanagerin im Wienand Verlag, Köln. Freiberufliche Tätigkeit als Autorin sowie Lektorin und Buchproduzentin für Verlage und Museen im In- und Ausland. Ab 2011 Cheflektorin im Wienand Verlag, seit 2018 Senior Editor bei DCV, Dr. Cantz’sche Verlagsgesellschaft, Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

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