Heinz Mack - Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2017

Acryl auf Pappe

42 x 60 x 3 cm / gerahmt 43 x 61 x 3 cm
16 x 23 x 1 inch / gerahmt 16 x 24 x 1 inch

unten rechts signiert, datiert "Mack 17"

- mit vom Künstler bemaltem Rahmen -

N 9297

Über das Werk

Als Mitbegründer der 1957 in Düsseldorf ins Leben gerufenen Künstlerbewegung ZERO gehört der Bildhauer, Maler und Philosoph Heinz Mack neben Otto Piene und Günther Uecker zu den bekanntesten und erfolgreichsten Vertretern jener modernen Kunstströmung in Europa. Der zufällig gewählte Titel „Zero” meinte eine Zone des Schweigens, der Konzentration und Meditation, zugunsten der reinen Möglichkeit eines radikalen Neuanfangs jenseits der traditionellen Vorstellungen von Kunst. Kennzeichnend waren die intensive Beschäftigung mit den Ausdrucksfaktoren von Licht, kinetischer Bewegung und Raumstrukturen, die zu einer totalen Einheit verschmolzen werden sollten. Hinterfragt und neu ausgelotet wurde die herkömmliche Bedeutung der bildnerischen Mittel Farbe, Form und Fläche, die eine neue Dimension erhalten sollten.
So avancierte die Auseinandersetzung mit Lichtenergien im Zusammenwirken mit Bewegungen und Spiegelungen auf der Fläche und im Raum zu den zentralen Intentionen im Schaffen von Heinz Mack. Nach einer schöpferischen Unterbrechung der Malerei, in der er sich zwischen 1963 und 1991 ausschließlich der Bildhauerei widmete, nahm Mack in den frühen 1990er-Jahren seine Arbeit mit Pinsel und Farbkreiden auf Karton und Leinwand mit ungebrochener Ausdruckskraft wieder auf und führt diese bis heute mit großer Schaffensfreude weiter. Es entstanden und entstehen seriell angelegte, teils großformatige Gemälde und Papierarbeiten, die Mack „Chromatische Konstellationen” nennt. Aus der Musik abgeleitet, meint der Begriff Chromatik die „Umfärbung” von Tonstufen durch Erhöhen oder Erniedrigen um einen Halbton. Das Element Farbe ist in diesem theoretischen Modell schon enthalten und liefert Mack die Inspiration zum Untertitel des Werkzyklus. Seine visuelle Umsetzung der musikalischen Chromatik in gegenstandsfreie Malerei zeigt eine rhythmische Abfolge von Farbtönen, die an prismatische Lichtbrechungen im Raum erinnern. Die strahlende Farbigkeit erzeugt zusammen mit dem flirrenden, halb transparenten Farbauftrag eine dynamisch-emotionale Kraft der Bildschöpfung von innen heraus.

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Andreas Gabelmann, Kunsthistoriker

Dr. Andreas Gabelmann, Kunsthistoriker, geb. 1967 in Landau. Studium der Kunstgeschichte, Baugeschichte und Literaturwissenschaft in Karlsruhe und Bamberg. 1999 Promotion über den badischen Expressionisten August Babberger (1885-1936). 2000 bis 2002 Volontariat am Brücke-Museum Berlin. 2003 bis 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Städtischen Kunstmuseum Singen. Seit 2005 tätig als freier Kunsthistoriker, Autor und Kurator für Museen, Kunstvereine, Galerien, Stiftungen, Künstlernachlässe, Presse und Verlage in Deutschland und der Schweiz. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst der Klassischen Moderne mit Schwerpunkt Expressionismus und zur Gegenwartskunst. Nach langjähriger Forschungstätigkeit Publikation des neuen Werkverzeichnisses der Druckgraphik von Erich Heckel (erscheint Herbst 2021). Lebt und arbeitet in Radolfzell am Bodensee.

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Heinz Mack, Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2017, 42 x 60 x 3 cm / gerahmt 43 x 61 x 3 cm, N 9297
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