Rupprecht Geiger - Mehr Licht, 1999

Acryl auf Leinwand

40 x 80 cm / gerahmt 46 x 86 cm
15 x 31 inch / gerahmt 18 x 33 inch

auf dem Keilrahmen betitelt, signiert, bezeichnet, datiert
"mehr Licht" (Richtungspfeil) "Geiger 99"
Werkverzeichnis Dornacher/Geiger Nr. 876

- in weißer Kastenleiste -

N 9373

Über das Werk

Energien von Farbe und Licht sowie deren emotionale und geistige Wirkung stehen im Zentrum des Schaffens von Rupprecht Geiger. Der Farbe gestand er eine elementare Eigenkraft zu, die in seinen Arbeiten sinnlich erlebbar werden sollte. So prägen harmonische Farbverläufe den Ausdruck der ungegenständlichen Kompositionen. Radikale Reduktion auf das Wesen der Farbe und eine kompromisslose Klarheit im Bildaufbau bestimmen Geigers Flächenmalerei. Das vorliegende Gemälde mit dem sprechenden Titel "Mehr Licht" liefert hierfür ein prägnantes Beispiel: Im gestreckten Querformat entwickelt sich der fließende Übergang von Hellgelb zu Tiefrot als sanfter Prozess von unten nach oben. Durch die besondere Farbgestaltung in subtilen Abstufungen erklärt Geiger das minimalistisch anmutende Bild zu einem lebendigen Organismus, in dem sich das Kolorit zum reinen Klang emporschwingt, zugleich aber auch vibriert und pulsiert. Vor allem zur Farbe Rot hatte Geiger eine starke Affinität, es dominiert seit den 1950er-Jahren zahlreiche seiner Bilder: "Rot ist Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme, Kraft. Rote Farbe in der Atmosphäre, das farbige Licht über allen Dingen, gibt der Form sinnlich gesteigerten Ausdruck. Rote Lichtquellen sind geistige Materie", erklärte der Maler zum Eigenwert jener Farbe.
 

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Andreas Gabelmann, Kunsthistoriker

Dr. Andreas Gabelmann, Kunsthistoriker, geb. 1967 in Landau. Studium der Kunstgeschichte, Baugeschichte und Literaturwissenschaft in Karlsruhe und Bamberg. 1999 Promotion über den badischen Expressionisten August Babberger (1885-1936). 2000 bis 2002 Volontariat am Brücke-Museum Berlin. 2003 bis 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Städtischen Kunstmuseum Singen. Seit 2005 tätig als freier Kunsthistoriker, Autor und Kurator für Museen, Kunstvereine, Galerien, Stiftungen, Künstlernachlässe, Presse und Verlage in Deutschland und der Schweiz. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst der Klassischen Moderne mit Schwerpunkt Expressionismus und zur Gegenwartskunst. Nach langjähriger Forschungstätigkeit Publikation des neuen Werkverzeichnisses der Druckgraphik von Erich Heckel (erscheint Herbst 2021). Lebt und arbeitet in Radolfzell am Bodensee.

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Rupprecht Geiger, Mehr Licht, 1999, 40 x 80 cm / gerahmt 46 x 86 cm, N 9373
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