Lisel Oppel - Garten am Weyerberg, 1947

Öl auf Hartfaserplatte

60 x 50 cm / gerahmt 73 x 63 cm
23 x 19 inch / gerahmt 28 x 24 inch

unten links signiert, datiert
"Lisel Oppel 1947" (Jahreszahl schlecht lesbar)
rückseitig von fremder Hand bezeichnet
"in ihrem Garten auf dem Weyerberg gemalt"

- mit Modellrahmen -

N 9379

9.800 €

Über das Werk

Farbenfrohe Blumensträuße, blühende Bauerngärten und bunte Sommerwiesen, zartrosa Kirschzweige im Frühling und dunkelrote Astern im Herbst, wilde Rosen am Wegesrand und üppige Rhododendronbüsche unter knorrigen Eichen - kaum ein anderer der Worpsweder Maler und Malerinnen hat sich Motiven wie diesen so leidenschaftlich gewidmet wie Lisel Oppel. Immer wieder bannte sie Mohn und Rittersporn, Osterglocken und Hyazinthen, flammende Feuerlilien und majestätische Rosen in all ihren Facetten auf die Leinwand.
Der "Garten am Weyerberg" ist eines ihrer stillen, zurückhaltenden Gemälde. Es schöpft nicht aus dem Farbenreichtum üppiger Sommerblüte, sondern erfasst die ersten winzigen Frühlingsboten in einem Gartenbeet. Vorwitzig recken rosafarbene Bellis, orangeroter Goldlack und zartblaue Vergissmeinnicht ihre Nasen aus dem brauen Erdreich empor. Mit diesem scheinbar zufällig gewählten Bildausschnitt in stimmungsvollem, sattem Kolorit gelingt es Lisel Oppel ein unspektakulärer, intimer Blick auf die nach dem Winter gerade wieder erwachende Natur.
Die frühlingshafte Naturstudie entstand 1947, in einer Zeit großer Entbehrungen, in der die Malerin mit ihrem Sohn Claudio bescheiden zwei Zimmer eines kleinen Worpsweder Häuschchens bewohnte und ihre Gemälde gegen Wurst und Schweinespeck eintauschte. Doch gelang es ihr - wie auch in diesem Bild -, die harte Wirklichkeit jener Jahre in ihrem Werk gegenüber den hoffnungsfrohen Momenten und heiteren Seiten des Lebens zurücktreten zu lassen. Und so manch einer schwärmte von der "Malerin im weißen Kleid mit dem lockengerahmten Gesicht", darunter der Schriftsteller Gustav Schenk, der ihre "heitere Sinnlichkeit" ebenso wie "die Vollkommenheit und Echtheit des Malerischen" mit blumigen Worten zu würdigen wusste.

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Doris Hansmann, Kunsthistorikerin

Studium der Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Anglistik und Romanistik an der Universität zu Köln, 1994 Promotion. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstmuseum Düsseldorf. Lektorin und Projektmanagerin im Wienand Verlag, Köln. Freiberufliche Tätigkeit als Autorin sowie Lektorin und Buchproduzentin für Verlage und Museen im In- und Ausland. Ab 2011 Cheflektorin im Wienand Verlag, seit 2018 Senior Editor bei DCV, Dr. Cantz’sche Verlagsgesellschaft, Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

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Lisel Oppel, Garten am Weyerberg, 1947, 60 x 50 cm / gerahmt 73 x 63 cm, N 9379
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