Lisel Oppel - Laternenkinder, 1959

Öl auf Karton

38 x 71 cm / gerahmt 51 x 84 cm
14 x 27 inch / gerahmt 20 x 33 inch

unten links signiert, datiert "Lisel Oppel 1959"

N 9403

Über das Werk

Auf den Spuren von Paula Modersohn-Becker, deren Briefe und Aufzeichnungen 1917 veröffentlicht wurden, kommt die junge Künstlerin 1919 erstmals nach Worpswede – und bleibt. Unterbrochen von zahlreichen Reisen, unter anderem nach Italien, Spanien und Marokko, lebt und arbeitet Lisel Oppel rund 40 Jahre in dem kleinen Künstlerdorf an der Hamme. Schnell emanzipiert sie sich von den Gemälden ihrer Vorgängerin und leistet einen bemerkenswerten Beitrag zur Worpsweder Malerei der zweiten Generation. Das Motiv der Lampionkinder – angestoßen zunächst von Künstlern wie Paula und Otto Modersohn – gelangt bei Lisel Oppel zur vollen Entfaltung. Immer wieder widmet sie sich diesem Sujet, das zu den Höhepunkten ihres umfangreichen Œuvres gehört.
Die Laternenkinder von 1959, entstanden nur ein Jahr vor dem Tod der Künstlerin, bestechen nicht zuletzt durch das ungewöhnlich langgestreckte querrechteckige Format. Zwar liegt das Zentrum des Geschehens im linken vorderen Bildteil, doch zieht es den Blick unwillkürlich in die Tiefe der Landschaft hinein, entlang des breiten, regennassen Feldweges bis zu den Häusern und Bäumen in der Ferne. Darüber der Himmel mit einem tiefen Wolkenband im Licht der einsetzenden Dämmerung. Zwei kleinere Kinder streben, offenbar vom Dorf kommend, der größeren Gruppe zu, während ein weiterer Junge – ganz in Blau gekleidet und überschnitten vom Bildrand – von links hinzustößt. In wenigen Augenblicken werden alle Kinder versammelt sein und ihren kleinen Lampionzug in Bewegung setzen. Das Zwielicht des sich neigenden Tages lässt ihre Laternen hell aufscheinen. Wie große bunte Ballons in Blau, Gelb, Orange und Rosa leuchten sie im Vordergrund, während eine von ihnen sich wie der pralle orangerote Sonnenball in der großen Pfütze spiegelt, welche die Künstlerin geschickt zur Reflexion ihrer kleinen Szene eingesetzt hat.
Unbeschwerte Kinderzeit im landschaftlichen Idyll des Teufelsmoors – und ein beliebtes Motiv, dessen Möglichkeiten Lisel Oppel in vielfältigen malerischen Facetten und Kompositionen mit großer Meisterschaft inszeniert.

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Doris Hansmann, Kunsthistorikerin

Studium der Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Anglistik und Romanistik an der Universität zu Köln, 1994 Promotion. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstmuseum Düsseldorf. Lektorin und Projektmanagerin im Wienand Verlag, Köln. Freiberufliche Tätigkeit als Autorin sowie Lektorin und Buchproduzentin für Verlage und Museen im In- und Ausland. Ab 2011 Cheflektorin im Wienand Verlag, seit 2018 Senior Editor bei DCV, Dr. Cantz’sche Verlagsgesellschaft, Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

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Lisel Oppel, Laternenkinder, 1959, 38 x 71 cm / gerahmt 51 x 84 cm, N 9403
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