Karl Hofer - Kirche in Weißenburg, 1948

Öl auf Karton

75 x 50 cm / gerahmt 90 x 70 cm
29 x 19 inch / gerahmt 35 x 27 inch

unten links monogrammiert: CH
auf der Rückseite schwach  lesbar aber nach Auskunft vom 6.10.1988 von Karl Bernhard Wohlert von der Hand Hofers: Weißenburg
WVZ  : Karl Bernhard Wohlert, Karl Hofer,
Werkverzeichnis der Gemälde Band 3, van Ham Art Publications, 2007,
Werkverzeichnis Nr. 2159 mit Abbildung

- mit handgearbeitetem Modellrahmen -

N 9417

Über das Werk

Weder ein lärmender, expressiver Gestus noch eine schreiende Farbigkeit sind Karl Hofers Sache. Der Maler hat zeitlebens vielmehr auf klassische Formgebung, einen strengen, oft tektonischen Bildaufbau und subtile Farbigkeit gesetzt. "Nie habe ich eine Figuration nach der äußeren Natur des Zufälligen geschaffen. Der Impressionismus vermochte mich darum nicht zu berühren. Die Ekstasen des Expressionismus lagen mir nicht", so der Künstler.
Von den Nationalsozialisten als entartet gebrandmarkt und später von den Vertretern der gegenstandslosen Nachkriegskunst als der ewig Gestrige abgestempelt, ließ Hofer sich doch zeitlebens nicht von seinem ureigenen Weg abbringen: Stillleben und Landschaften, Figuren im Raum und Akte in klassischer Schönheit bilden das Zentrum seines umfangreichen Lebenswerks.
Rund 200 Landschaften entstanden von 1923 bis 1946 vor allem im Tessin, wo Hofer 1932 einen Sommersitz nahe Lugano erwarb. Doch mit dem ruhigen, schlanken Hochformat des Jahres 1948, gemalt in Öl auf Presspappe, führt Karl Hofer seinen Betrachter ins bayerische Weißenburg. Eine menschenleere kleine Straße, flankiert von einigen Häusern, lenkt den Blick in die Tiefe des Bildes. Dort gilt das Interesse des Malers vor allem dem schlanken Chorflankenturm der neugotischen Pfarrkirche St. Willibald, der mit seinem charakteristischen Spitzhelm hoch in den Himmel hinaufragt. Hofer erfasst seine Bildelemente stark vereinfacht und abstrahiert, verzichtet völlig auf Details wie etwa das Zifferblatt der Kirchturmuhr und baut das Bildganze wohlüberlegt aus einzelnen Flächen von Dächern und Häuserwänden auf. Einige locker hineingesetzte, organische Elemente aber - ein wenig Grün, das über eine Mauer hinwegragt, ein Strauch im Hintergrund, ein paar gemauerte Backsteine - unterlaufen den streng formalen Aufbau des Gemäldes und verleihen der Stadtlandschaft Lebendigkeit. Eine Komposition, die Hofers Meisterschaft der späten Jahre überzeugend zum Ausdruck bringt.

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Doris Hansmann, Kunsthistorikerin

Studium der Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Anglistik und Romanistik an der Universität zu Köln, 1994 Promotion. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstmuseum Düsseldorf. Lektorin und Projektmanagerin im Wienand Verlag, Köln. Freiberufliche Tätigkeit als Autorin sowie Lektorin und Buchproduzentin für Verlage und Museen im In- und Ausland. Ab 2011 Cheflektorin im Wienand Verlag, seit 2018 Senior Editor bei DCV, Dr. Cantz’sche Verlagsgesellschaft, Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

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Karl Hofer, Kirche in Weißenburg, 1948, 75 x 50 cm / gerahmt 90 x 70 cm, N 9417
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