Otto Modersohn - Dorfansicht mit Weyerberg, um 1927

Öl auf Leinwand

80 x 94 cm / gerahmt 97 x 107 cm
31 x 37 inch / gerahmt 38 x 42 inch

unten links signiert: „O Modersohn“
Expertise Rainer Noeres vom 26.11.2021,
Otto Modersohn Museum, Fischerhude

gerahmt mit einem alten Rahmen aus der Zeit

N 9459   Reserviert 

Über das Werk

Eine idyllische kleine Szene. Wir schreiben das Jahr 1927 und noch immer ist Worpswede ein stilles kleines Dorf, das nichts von seinem ursprünglichen Reiz verloren hat. Ende der 1880er-Jahre waren die ersten Maler ins Moor gekommen, hatten der Großstadt den Rücken gekehrt und sich hier niedergelassen – fasziniert von der einsamen, künstlerisch noch unentdeckten Landschaft.

Zu ihnen gehörte auch Otto Modersohn, der wie seine Künstlerfreunde an der Düsseldorfer Akademie studiert hatte. Am 3. Juli 1889 traf er in Worpswede ein und notierte voll schwärmerischer Begeisterung in sein Tagebuch: „Ich fand ein höchst originelles Dorf, das auf mich einen durchaus fremdartigen Eindruck machte; der hügelige, sandige Boden im Dorfe selbst, die großen bemoosten Strohdächer, und nach allen Seiten (so weit man sehen konnte) alles so weit und groß, wie am Meer.“ Hier begegneten den Künstlern zahlreiche Motive, die Eingang in ihr Werk fanden: Wiesen und Felder, Moorgräben und Birkenwege, Torfkähne und Moorkaten, aber auch das Dorf selbst mit der alten Schmiede, der Mühle, den Fachwerkhäusern, der Dorfstraße und der alles überragenden Zionskirche.

Otto Modersohn, obgleich im Jahr der Entstehung seines Gemäldes schon längst im benachbarten Fischerhude ansässig, widmet sich hier noch einmal einem topografisch recht genau erfassten Motiv aus Worpswede. Der Blick fällt von der Findorffstraße auf den Fritz-Overbeck-Weg, im Hintergrund ist die leichte, baumbestandene Anhöhe des Weyerberges auszumachen, der einzigen Erhebung weit und breit in der flachen Landschaft. Die Szene wird überspannt von dem in bewegter Malweise gestalteten Himmel mit den großen, über das Land hinwegziehenden Wolken.

Doch der Schauplatz wäre nicht vollständig ohne ein wenig dörflichen Alltag: Und so sind im Hintergrund zwei schwatzende Frauen in typischer Kleidung zu sehen, während im Vordergrund ein Mann das Bild durchquert. Es sind beschauliche Sujets wie dieses, die noch heute als Inbegriff der Worpsweder Malerschule gelten. Sie sind, wie Otto Modersohn einst schrieb: „Ein Fest für‘s Auge und Herz.“

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Doris Hansmann, Kunsthistorikerin

Studium der Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Anglistik und Romanistik an der Universität zu Köln, 1994 Promotion. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstmuseum Düsseldorf. Lektorin und Projektmanagerin im Wienand Verlag, Köln. Freiberufliche Tätigkeit als Autorin sowie Lektorin und Buchproduzentin für Verlage und Museen im In- und Ausland. Ab 2011 Cheflektorin im Wienand Verlag, von 2019 bis 2021 Senior Editor bei DCV, Dr. Cantz’sche Verlagsgesellschaft, Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

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Otto Modersohn, Dorfansicht mit Weyerberg, um 1927, 80 x 94 cm / gerahmt 97 x 107 cm, N 9459
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