Siegward Sprotte - Blaue Woge mit gelbem Himmel, 1986

Gouache auf Malkarton

48 x 62 cm / gerahmt 67 x 83 cm
18 x 24 inch / gerahmt 26 x 32 inch

unten links signiert, datiert: „S.Sprotte 86“

– mit Rahmen und spiegelfreiem, UV-absorbierendem Glas –

N 9463

Provenienz:

Nachlass des Künstlers

Über das Werk

Siegward Sprottes Werke zeichnen sich durch das gekonnte Neben- und Miteinander von Farbe und Freiraum aus. Mit wenigen Pinselstrichen vermochte der Künstler eine magische Landschaft vor dem inneren Auge wachzurufen. Nur durch Andeutung ermöglichte er es dem Betrachter, sein eigenes inneres Bild zu kreieren. Landschaften, aber auch Porträts waren seine bevorzugten Motive. Wie er aber durch wenige Pinselstriche eine ganze Welt erschaffen konnte, gehört zum Faszinierendsten, was die Kunstgeschichte im 20. Jahrhundert zu bieten hat.

Siegward Sprotte absolvierte seine akademische Ausbildung zunächst bei Karl Hagemeister (1929–1933) in Werder (im Ballungsraum Berlin) und später an der Kunstakademie in Berlin bei Emil Orlik (1932/33–1938). Obwohl Sprotte seinen Hauptwohnsitz nach dem Zweiten Weltkrieg von Potsdam nach Kampen auf Sylt verlegte, wurde er dort nie sesshaft. Hatte er in Potsdam und Berlin auch schon Kontakt zu zahlreichen Künstlern gehabt, wie zum Beispiel dem Dichter Oskar Loerke, dem Pianisten Wilhelm Kempff, dem Dirigenten Wilhelm Furtwängler und den Expressionisten Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, so traf er auf seinen zahlreichen Reisen weitere herausragende Vertreter des Geistes- und Kulturlebens: 1956 begegnete Sprotte beispielsweise dem indischen Philosophen Jiddu Krishnamurti. 1961/62 diskutierte er mit ihm und dem Schriftsteller Aldous Huxley über die Kreativität der Sprache, 1965/67 traf er den Kunstphilosophen Herbert Read. Immer wieder zog es Sprotte zu den Sehnsuchtsorten des 20. Jahrhunderts: Er reiste nach Italien, Frankreich, Griechenland und Portugal, ihn interessierte Hiddensee ebenso wie die westindischen Inseln, Venezuela, Kolumbien und Madeira. Sprottes Kunst speiste sich aus einem weitgefächerten kulturhistorischen Wissen und einem Leben voller Erfahrungen. Gerade in seinen reduzierten Werken lässt sich dieses umfangreiche Wissen erahnen – mehr noch: Nur aufgrund dieser umfassenden Erkenntnisse gelang dem Künstler die Reduktion auf das Eigentliche.

 

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Andrea Fink, Kunsthistorikerin

Die Kunsthistorikerin, Kuratorin und freie Publizistin Andrea Fink hat in Bochum und Wien Kunstgeschichte, Kultur- und Geisteswissenschaften, Neuere Geschichte und Philosophie studiert. 2007 folgte die Promotion zum Werk des schottischen Künstlers Ian Hamilton Finlay. Als freie Kuratorin und Kunstberaterin zählen zu ihren Auftraggebern u.a. Kunstverein Ahlen, Kunstverein Soest, Wella Museum, Museum am Ostwall Dortmund, ThyssenKrupp AG, Kulturstiftung Ruhr, Osthaus Museum Hagen, Franz Haniel GmbH, Kunsthalle Krems, Österreich.

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Siegward Sprotte, Blaue Woge mit gelbem Himmel, 1986, 48 x 62 cm / gerahmt 67 x 83 cm, N 9463
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