Erich Heckel - Viadukt, 1958

Aquarell auf Papier

48 x 63 cm / gerahmt 74 x 87 cm
18 x 24 inch / gerahmt 29 x 34 inch

in der Mitte rechts signiert, datiert, betitelt: „Heckel 58 Viadukt“

Provenienz:
Nachlass des Künstlers

– gerahmt und mit spiegelfreiem, UV-absorbierendem Glas –

N 9498

Über das Werk

Ein Aquarell aus dem Spätwerk von Erich Heckel, in dem die Landschaftsmalerei noch einmal einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt. Die 1950er-Jahre – der Künstler lebt mit seiner Frau Siddi in Hemmenhofen am Bodensee – sind geprägt von Ausstellungen zu seinem 70. Geburtstag, von Preisen und Auszeichnungen, der Tätigkeit an der Karlsruher Akademie, im Deutschen Künstlerbund und als Gründungsmitglied des Künstlerbundes Baden-Württemberg, der Teilnahme an der ersten documenta sowie zahlreichen Reisen: am Beginn des Dezenniums in den Schwarzwald und nach Sylt, ab 1954 zu Sommeraufenthalten ins Engadin, 1956 nach Amsterdam und an die holländische Küste, 1958 an die Côte dʼAzur und 1959 in die Normandie und nach Paris.

An der Côte dʼAzur entstand auch dieses mediterrane Sujet. Der Blick des Malers fällt von den Bergen über das Viadukt hinweg auf das Meer. Dessen ruhige Oberfläche bildet aber keine flache Horizontlinie, wie zu erwarten wäre, sondern wölbt sich wie die Erdkugel selbst; die darüber hinwegziehenden Wolken erscheinen wie abstrakte, flächige Schlieren: eine Verzerrung und Verunklärung der landschaftlichen Realität, die aufzeigt, wie sehr sich der Künstler in dieser letzten Werkphase von der wahrgenommenen Natur löst und seine Malerei – hier wie auch in anderen Arbeiten der Zeit – in Richtung Flächigkeit und Abstraktion führt. Das eindrucksvolle Blatt dokumentiert nicht weniger als die zunehmende Umwandlung natürlicher Strukturen in eine flächig-ornamentale Bildordnung. 

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Doris Hansmann, Kunsthistorikerin

Studium der Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Anglistik und Romanistik an der Universität zu Köln, 1994 Promotion. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstmuseum Düsseldorf. Lektorin und Projektmanagerin im Wienand Verlag, Köln. Freiberufliche Tätigkeit als Autorin sowie Lektorin und Buchproduzentin für Verlage und Museen im In- und Ausland. Ab 2011 Cheflektorin im Wienand Verlag, von 2019 bis 2021 Senior Editor bei DCV, Dr. Cantz’sche Verlagsgesellschaft, Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

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Erich Heckel, Viadukt, 1958, 48 x 63 cm / gerahmt 74 x 87 cm, N 9498
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