Erich Heckel - Späte Kresse, 1946

Aquarell auf Büttenpapier

61 x 48 cm / gerahmt 85 x 70 cm
24 x 18 inch / gerahmt 33 x 27 inch

unten rechts betitelt, signiert, datiert:
„– Späte Kresse – Heckel 46“

– mit handgearbeitetem Modellrahmen und UV-absorbierendem Glas –

N 9513

Über das Werk

Zeit seines künstlerischen Schaffens hegte Erich Heckel eine besondere Vorliebe für Stillleben. Insbesondere seine Blumenbilder faszinieren durch das Zusammenspiel der verschiedenen Bildgegenstände sowie die besondere Lichtsituation. Der streng und klar konstruierte Hintergrund im Werk Späte Kresse, steht im Kontrast zu der Bewegtheit der rankenden Blätter der Kapuzinerkresse mit ihren leuchtenden orange-roten Blüten. Heckel gelang es hier nicht nur, ein naturgetreues Bild der Pflanze zu zeigen, sondern auch ihre charakteristische Erscheinungsform einzufangen.

Der stilistische Wandel, der bereits zu Beginn der 1920er-Jahre in den Werken Heckels eingetreten war, zeigt sich auch in diesem Aquarell. Die Farbigkeit ist insgesamt gedämpft, das Motiv nahezu lyrisch. Bei aller Schwere der Zeit wirkt das Aquarell leicht. Der Künstler antwortete mit vorwitzig rankenden Kressestängeln als Ausdruck von Hoffnung und Leichtigkeit auf das erbarmungslose Zeitgeschehen, das hinter ihm lag. Das Horn, welches im Hintergrund die gesamte Szene überfängt, kann in Anlehnung an seine Bedeutung im Tierreich als Symbol für Stärke und Macht interpretiert werden.

Nach der Zerstörung der Berliner Wohnung und des Ateliers während der Bombenangriffe fanden Heckel und seine Frau Siddi durch die Vermittlung des Kunsthistorikers Walter Kaesbach in Hemmenhofen – in dem direkt am Bodensee gelegenen Sommerhaus des Ravensburger Architekten Heinrich Johann Wurm – Zuflucht. Das Werk entstand in dem Gartensaal dieser ersten sicheren Unterkunft. Wie dieses Aquarell schuf Heckel auch die Steinfigur im Vordergrund im Jahr 1946. Es handelt sich um einen kauernden Frauenakt, der wie ein Nachklang auf die Holzskulptur Hockende aus dem Jahr 1912 wirkt, die sich heute im Museum Folkwang in Essen befindet.

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Andrea Fink, Kunsthistorikerin

Die Kunsthistorikerin, Kuratorin und freie Publizistin Andrea Fink hat in Bochum und Wien Kunstgeschichte, Kultur- und Geisteswissenschaften, Neuere Geschichte und Philosophie studiert. 2007 folgte die Promotion zum Werk des schottischen Künstlers Ian Hamilton Finlay. Als freie Kuratorin und Kunstberaterin zählen zu ihren Auftraggebern u.a. Kunstverein Ahlen, Kunstverein Soest, Wella Museum, Museum am Ostwall Dortmund, ThyssenKrupp AG, Kulturstiftung Ruhr, Osthaus Museum Hagen, Franz Haniel GmbH, Kunsthalle Krems, Österreich.

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Erich Heckel, Späte Kresse, 1946, 61 x 48 cm / gerahmt 85 x 70 cm, N 9513
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