Der
italienische Maler und Grafiker Piero Dorazio entwickelte in seinem Werk den
Konstruktivismus zu seriellen Strukturen weiter. Seine ungegenständlichen
Bilder und Zeichnungen bestehen aus überlagerten Strichen, Streifen, Linien,
Feldern oder Flächen in den Grundfarben und ihren Vermischungen. Die zarten,
netzartigen Farbstriche der ausgestellten Gouachen suggerieren durch optische
Irritation Räume von unbestimmbarer Tiefe. In ihrem Spiel flirrender Farbnetze
oder Strichbänder, die auf und ab, vor und zurück zu treten scheinen,
vermitteln diese Bilder zarte Leichtigkeit und luftiges Schweben. (Eva Müller-Remmert)