Ernst Ludwig Kirchner - Die Kuhweide der Staffelalp mit dem Sutzibach und den Bergen, 1919

Bleistift und Aquarell auf Papier

38 x 50 cm / gerahmt 62 x 73 cm
14 x 19 inch / gerahmt 24 x 28 inch

in der Mitte rechts signiert "E.L. Kirchner"
rückseitig vom Künstler betitelt und datiert "Berge 1919"

- im Modellrahmen -

N 9451

Über das Werk

In den Schweizer Alpen, wohin Ernst Ludwig Kirchner sich 1918 zurückzieht, bewohnt er zunächst eine kleine Hütte auf der Staffelalp oberhalb des Dorfes Frauenkirch, die ihm auch in den folgenden Jahren als Sommerdomizil dienen wird. Abseits der hektischen Großstadt findet er hier ein Refugium und eine neue Heimat. In der ruhigen Abgeschiedenheit der kargen Natur auf fast 2.000 Metern Höhe setzt eine neue Schaffensperiode ein, Kirchners eigenen Worten zufolge eine "neue Art des Sehens und Schaffens an der Hand des Erlebnisses der Berge". Neben Szenen aus dem Leben der Bauern und Darstellungen des Alplebens  bildet die gewaltige Hochgebirgslandschaft fortan einen Schwerpunkt seiner Werke in Malerei, Zeichnung und Druckgrafik. Stilistisch bleibt der Künstler zunächst noch dem expressiven Duktus seiner Berliner Jahre verbunden, doch initiiert die umgebende Landschaft im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten einen Wandel in der farbigen Gestaltung. Kühles Blau sowie zarte Rosa-, Violett, Grün- und Gelbtöne bestimmen nun seine Palette und bilden das charakteristische Kolorit der Davoser Jahre.
So auch hier, in einem eindrucksvollen Blatt des Jahres 1919, in dem die Landschaftselemente mit schwungvollem Pinselstrich und schneller Hand kürzelhaft erfasst sind: Die dunklen Tannen und Bergkuppen mit ihren Wiesen im Vordergrund, die schroffen Felsmassive im Hintergrund und darüber der mächtige, wolkendurchsetzte, blaugrüne Himmel. - Das Leben inmitten der Bergbauern, die klare, frische Alpenluft und die herbe Schönheit des Hochgebirges haben aus dem Großstadtexpressionisten einen Maler der Berge gemacht. "Dieser kleine Fleck Erde ist unerschöpflich …"

 

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Doris Hansmann, Kunsthistorikerin

Studium der Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Anglistik und Romanistik an der Universität zu Köln, 1994 Promotion. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstmuseum Düsseldorf. Lektorin und Projektmanagerin im Wienand Verlag, Köln. Freiberufliche Tätigkeit als Autorin sowie Lektorin und Buchproduzentin für Verlage und Museen im In- und Ausland. Ab 2011 Cheflektorin im Wienand Verlag, von 2019 bis 2021 Senior Editor bei DCV, Dr. Cantz’sche Verlagsgesellschaft, Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

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Ernst Ludwig Kirchner, Die Kuhweide der Staffelalp mit dem Sutzibach und den Bergen, 1919, 38 x 50 cm / gerahmt 62 x 73 cm, N 9451
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