Ernst Barlach - Christusmaske VI, 1931

Bronze

15 x 12 cm
5 x 4 inch

unter dem Kinn nummeriert, monogrammiert "EB 10/11"

N 9439

Über das Werk

Während Barlach 1931 an dem Werk „Lehrender Christus“ arbeitete, entstanden mehrere Detailstudien zu dessen Gesicht. Mit der archaisch stilisierten Form in der Fassung „Christusmaske VI“ fand der Künstler eine befriedigende Form und die endgültige Fassung. Das Gesicht wirkt entrückt und meditativ. Zugleich vermittelt der leicht geöffnete Mund des bärtigen Mannes den Eindruck einer Ansprache, was zu einer Verlebendigung des Dargestellten führt. Damit trägt Barlachs Christus einen ebenso überzeitlichen und transzendenten Ausdruck, wie auch einen überaus diesseitigen. In seiner Darstellung verbindet der Künstler den übernatürlichen, weil stilisierten Gottessohn mit dem Attribut des diesseitigen Lehrers und entwirft damit ein modernes Christusbild. „Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus.“ (Mt. 23, 10) der insgesamt vierzehn posthum entstandenen Güsse von „Lehrender Christus“ befindet sich in der Antoniterkirche in Köln, gemeinsam mit den Zweitguss von Barlachs „Güstrower Ehrenmal“, auch „Schwebender“ genannt und einem Abguss des 1918 geschaffenen „Kruzifix II“.
Das Außergewöhnliche und bis heute Faszinierende am Werk Barlachs fasste seine Künstlerkollegin Käthe Kollwitz 1938 zu seinem Tod treffend zusammen: „Form und Inhalt fielen zusammen. Das ist das Überzeugende in seiner Arbeit.“
(zitiert nach: Frank Pergande, Bildnis des Künstlers als Ekel, Frankfurter Allgemeine, FAZ net, aktualisiert am 6.2.2020)
Im Laufe seines Lebens hat Barlach rund 2.000 Zeichnungen, 450 Plastiken, 100 Skizzenbücher sowie unzählige Lithographien und Holzschnitte geschaffen. Er starb in der Rostocker St. Georg-Klinik im Alter von 68 Jahren an einem Herzinfarkt und wurde in Ratzeburg neben seinem Vater begraben.

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Andrea Fink, Kunsthistorikerin

Die Kunsthistorikerin, Kuratorin und freie Publizistin Andrea Fink hat in Bochum und Wien Kunstgeschichte, Kultur- und Geisteswissenschaften, Neuere Geschichte und Philosophie studiert. 2007 folgte die Promotion zum Werk des schottischen Künstlers Ian Hamilton Finlay. Als freie Kuratorin und Kunstberaterin zählen zu ihren Auftraggebern u.a. Kunstverein Ahlen, Kunstverein Soest, Wella Museum, Museum am Ostwall Dortmund, ThyssenKrupp AG, Kulturstiftung Ruhr, Osthaus Museum Hagen, Franz Haniel GmbH, Kunsthalle Krems, Österreich.

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Ernst Barlach, Christusmaske VI, 1931, 15 x 12 cm, N 9439
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