Otto Modersohn - Sommerwolken über der Heide (Surheide), 1921

Tempera auf Pressplatte

25 x 37 cm
9 x 14 inch

unten rechts monogrammiert: „OM“
rückseitig handschriftlich von Christian Modersohn (Sohn des Künstlers) betitelt, bezeichnet mit Bleistift : „Sommerwolken über der Heide um 1920“

– mit handgearbeitetem Modellrahmen –

N 9490

Über das Werk

Zu Beginn der 1920er-Jahre war die nahe Fischerhude gelegene Surheide ein von Otto Modersohn häufig aufgesuchtes Motiv. Die damals noch kaum bewaldete Landschaft war mit vereinzeltem Buschwerk und wenigen Baumgruppen bestanden. Dazwischen bildeten Sand, Heide- und Weideflächen im hügeligen Gelände der Dünenlandschaft ein abwechslungsreiches Landschaftsbild.

1921 wechselte Otto Modersohn von der Öl- zur Temperafarbe: „Tempera ist herrlich – mit ihr kann ich alles erreichen – sichtbare Handschrift und Duffheit dünn flüssig tropfig und nach 5 Minuten die Möglichkeit pastos aufzusetzen. Diese Vorteile bietet keine Technik sonst. Und dann das Leuchten der Farben selbst. Das hat keine Farbe, keine Ölfarbe, auch nicht Weimarfarbe und Wurmfarbe. Ich träume von leuchtendster Farbe, delikatestem Handwerk, wer hat es? Seit Leibl ruht diese Bestrebung. Meine zwar ganz anders. Das leichte der Franzosen: Renoir, Cézanne reizt mich immer. Paulas Schwere nicht. Das ist das eine ganz persönliches Ziel.”(1)

Vor strahlend blauem Sommerhimmel türmen sich Cumuluswolken zu Wolkenbergen über der bis zur Bildmitte reichenden Landschaft. Das Violett der blühenden Heide steht im Kontrast zum Grün der Baumgruppen. Dazwischen leuchtet – die differenzierte Zweifarbigkeit brechend – goldgelb ein Feld.

Die Naturformen erfahren eine zusammenfassende Vereinfachung. Auf den Einsatz luftperspektivischer Bildstaffelung verzichtet Modersohn in dieser Zeit ausnahmslos. Alle Bildgegenstände wirken gleich nah. Die Gemälde haben häufig den flächigen Charakter einer Tapisserie. Die besonders für das Spätwerk charakteristische „Bildstimmung” tritt durch die Hinwendung zum Flächencharakter – wie er für die malerische Tendenz des Nachexpressionismusʼ nicht untypisch ist – fast vollständig zurück.

1   Otto Modersohn, Tagebucheintrag vom 3.7.1921.

Text verfasst und bereitgestellt von Rainer Noeres, Leiter des Otto Modersohn-Museums in Fischerhude,

geb. 1948. Schriftsetzerlehre in Hamburg von 1965-1968. Studium der freien Kunst an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg (HfbK) von 1968-1973. Mitgründer und betreibender Teilhaber der Produzentengalerie Hamburg von 1973-2009. Lehrauftrag für Malerei an der HfbK 1974.
Seit 1976 verheiratet mit Antje Modersohn, der Tochter Christian Modersohns, drei gemeinsame Kinder. Maßgeblich beteiligt am Aufbau des Otto Modersohn-Museums und Archivs in Fischerhude seit 1977. Verantwortlich für die Erstellung des Werkverzeichnisses der Werke Otto Modersohns seit 1980. Planung und Durchführung zahlreicher Ausstellungen und Kooperationen mit Museen und Kunstvereinen im In- und Ausland. Autor von grundlegenden Veröffentlichungen zum Werk Otto Modersohns. Seit 2010 als Leiter des Museums tätig, sowie als ehrenamtlicher Geschäftsführer der 1989 gegründeten Otto-Modersohn-Gesellschaft e.V. und der Otto-Modersohn-Stiftung. Vorstandsmitglied der Otto-Modersohn-Stiftung und des 2015 gegründeten Otto-Modersohn-Museum-Tecklenburg e.V. in Tecklenburg/Westf.   (Webseite besuchen)

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Otto Modersohn, Sommerwolken über der Heide (Surheide), 1921, 25 x 37 cm, N 9490
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