Siegward Sprotte - Hallig, 1986

Gouache auf Japanpapier

41 x 33 cm / gerahmt 58 x 50 cm
16 x 12 inch / gerahmt 22 x 19 inch

unten links signiert "S. Sprotte"

- mit Rahmen und spiegelfreiem Glas -

N 9273

6.900 €

Über das Werk

Dieses dynamisch gearbeitete Blatt zeigt eine Improvisation, die im Atelier entstanden ist. Bei einer Gouache handelt sich um ein wasserlösliches Farbmittel aus gröber vermahlenen Pigmenten mit Kreide, welches sowohl die deckenden Eigenschaften der Ölmalerei als auch die lasierenden der Aquarellmalerei in sich vereint. So nutzt Sprotte die gesamten Möglichkeiten rein farbig orientierter Malerei. Keine Kontur, keine Linie versucht, die Dynamik, die Farbigkeit, die Energie der Natur zu bändigen, allein der farbig intensive Strich lässt auf dem Papier einen Eindruck von Natur entsprechend dem Gesehenen entstehen.
1945 kam Sprotte nach Sylt und fand im Hause des Verlegers Peter Suhrkamp seine erste Bleibe. In seinen Erinnerungen beschreibt er seine Faszination für die Insel, die zur damaligen Zeit Anziehungspunkt für zahlreiche Künstler war, folgendermaßen:
"Als ich 1945 nach Kampen kam, hing bei Clara Tiedemann im Haus am Kliff über dem Kamin eine Originalzeichnung von Leonardo da Vinci.
Ferdinand Avenarius (1856–1923, deutscher Dichter, d. Verf.) hatte in Kampen gelebt, der Kunsthistoriker Fritz Wichert war Bürgermeister. 'Wir gründen die erste deutsch-chinesische Gesellschaft nach dem Kriege', sagte der Architekt Li.
Das Autorenhaus von Suhrkamp am Watt wurde für die ersten Jahre Atelier und Wohnung, mit unverstelltem Blick nach Osten. Hans Hartung erzählte mir, dass er einen Bunker in den Dünen als Atelier benutzte. Orlik hatte in der Wuldeschlucht gezeichnet. Kandinsky hatte in Wenningstedt gearbeitet, wo der Buddhist Paul Dahlke einen Tempel baute, er veranstaltete Mediationsgänge bis zum Ellenbogen. … Jawlensky hatte in den zwanziger Jahren in der Alten Dorfstraße auf dem Grundstück in Kampen gewohnt, wo ich mir 1978 ein neues Atelierhaus baute."

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Andrea Fink, Kunsthistorikerin

Die Kunsthistorikerin, Kuratorin und freie Publizistin Andrea Fink hat in Bochum und Wien Kunstgeschichte, Kultur- und Geisteswissenschaften, Neuere Geschichte und Philosophie studiert. 2007 folgte die Promotion zum Werk des schottischen Künstlers Ian Hamilton Finlay. Als freie Kuratorin und Kunstberaterin zählen zu ihren Auftraggebern u.a. Kunstverein Ahlen, Kunstverein Soest, Wella Museum, Museum am Ostwall Dortmund, ThyssenKrupp AG, Kulturstiftung Ruhr, Osthaus Museum Hagen, Franz Haniel GmbH, Kunsthalle Krems, Österreich.

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Siegward Sprotte, Hallig, 1986, 41 x 33 cm / gerahmt 58 x 50 cm, N 9273
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