Heinz Mack

* 08.03.1931 | Lollar

Als einer der Begründer der Künstlergruppe ZERO schrieb Heinz Mack Kunstgeschichte. Zusammen mit Otto Piene und Günther Uecker hob er in den ausgehenden 1950er- und 1960er Jahren eine neue, revolutionäre Kunst aus der Taufe und initiierte eine der bedeutendsten internationalen Avantgardebewegungen der Nachkriegszeit. Macks umfangreiches Œuvre beinhaltet Lichtstelen, -reliefs, -kuben und -rotoren, Installationen und Kunst im Außenraum, Gemälde, Pastelle, Zeichnungen und Druckgrafik, Fotografie, Bühnenbilder und bibliophile Werke.


Werke von Heinz Mack

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Heinz Mack
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Vita Heinz Mack

1931

Geboren am 8. März in Lollar, Hessen.

1950–53

Studium an der Kunstakademie Düsseldorf.

1953–56

Studium der Philosophie an der Universität Köln.

1953–58

Widmet sich zunächst der informellen Malerei, bald folgt aber die Entwicklung seiner „Dynamischen Strukturen” in Malerei und Zeichnung, Gips- und Metallreliefs (Lichtreliefs).

1955

Erste Reise in die Sahara. Aufenthalt in Paris.

1957

Gründung der avantgardistischen Künstlergruppe ZERO in Düsseldorf gemeinsam mit Otto Piene. 1961 schließt sich Günther Uecker an.

1958

Verleihung des Kunstpreises der Stadt Krefeld. Zweite Reise in die Sahara.

1959

Teilnahme an der Ausstellung Junge deutsche Maler in Kassel, parallel zur documenta II.

1963

Auszeichnung mit dem Premio Selezione Marzotto, Italien.

1963/64

Erster Aufenthalt in New York, Atelier im Chelsea-Hotel 45.

1964

Teilnahme an der documenta III in Kassel. Zweiter Aufenthalt in New York, Atelier 10. Straße, 410 Ost.

1965

Verleihung des 1. Prix arts plastiques, IV. Biennale de Paris.

Seit 1967

Atelier und Wohnsitz auf dem Huppertzhof in Mönchengladbach.

1968

Mack wird ordentliches Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, die er 1992 aus Protest verlässt.

1970

Adolf-Grimme-Anerkennungspreis für den Film Tele-Mack von 1968. Mack nimmt eine Professur in Osaka, Japan, an. Aufgabe der Lehrtätigkeit noch im selben Jahr.

1971

Kulturpreis der Film-Biennale von Venedig für den Film Tele-Mack von 1968.

1975

Teilnahme an der ersten Süd-Nord-Expedition durch die Tenere-Wüste in Afrika.

1979

Auszeichnung mit dem 1. Preis des internationalen Wettbewerbs Licht 79, Eindhoven, Niederlande.

1982

Anlässlich des Goethe-Jahres entsteht ein 3 x 4,5 Meter großes Lichtspektrum als Hommage an Goethe.

1987

Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen.

Seit 1989

Atelier auf der Insel Ibiza.

Seit 1991

Der Künstler beginnt wieder mit der Malerei. Es entstehen seine „Chromatischen Konstellationen”.

1992

Auszeichnung mit dem Großen Kulturpreis des Rheinischen Sparkassen-Verbands, Düsseldorf.

1998

Es entsteht eine umfangreiche Suite von Papierarbeiten zu Goethes West-östlichem Divan.

1999

Anlässlich des 250-jährigen Geburtstags von Johann Wolfgang von Goethe erscheint das Künstlerbuch Mack – Ein Buch der Bilder zum Westöstlichen Divan von Johann Wolfgang v. Goethe.

2004

Der Künstler erhält das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland als Anerkennung für sein Werk und sein Wirken als Botschafter der Kulturen.

2008

Die Stadt Düsseldorf und der Kunstpalast gründen die ZERO foundation. Die Stiftung erhält die Archive und zahlreiche Werke der Künstler Mack, Piene und Uecker und widmet sich der Forschung, unterstützt und fördert Dokumentationen und Ausstellungen. Im Fokus sind alle internationalen Künstler, die der ZERO-Idee verbunden waren.

2009

Der Künstler erhält den Ehrenring der Stadt Mönchengladbach.

2011

Ehrung mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland.

2012

Die Kulturstiftung Dortmund verleiht Mack den Kulturpreis der Stadt.

2014

Das Solomon R. Guggenheim Museum in New York eröffnet eine bedeutende ZERO-Ausstellung, die 2015 im Martin-Gropius-Bau, Berlin, im Stedelijk Museum, Amsterdam sowie im Sakip Sabanci Museum, Istanbul, präsentiert wird. Im Juni wird das Skulpturen-Ensemble The Sky Over Nine Columns auf der Insel San Giorgio Maggiore in Venedig enthüllt. Weitere Ausstellungen dieser Installation finden statt in Istanbul vor dem Sakip Sabanci Museum mit Blick auf den Bosporus (2015), in Valencia in der Ciudad de las Artes y las Ciencias (2016) sowie am Ufer des St. Moritzersees im Schweizer Engadin (2016/17).

2015

Einstimmige Wahl zum Ehrenmitglied der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.

2016

Verleihung des Jan-Wellem-Rings der Stadt Düsseldorf.

2017

Ehrung mit der Moses Mendelssohn Medaille für seine künstlerischen Beiträge zum Gedenken an verfolgte und ermordete Menschen und seinen Einsatz für Toleranz und Völkerverständigung.

2018

Sonderausstellung im Goethe-Museum, Düsseldorf, „Taten des Lichts” – Mack & Goethe.

2019

Die erste Mack-Ausstellung auf dem afrikanischen Kontinent findet im Musée Théodore Monod d’Art Africain in Dakar, Senegal, statt.

2020/21

Trotz der Covid-Pandemie zahlreiche Ausstellungen und Publikationen zum 90. Geburtstag des Künstlers. In 400 Einzelausstellungen und zahlreichen Gruppenausstellungen werden Macks Arbeiten bis heute der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Macks Werke sind in 140 öffentlichen Sammlungen vertreten. Eine Vielzahl von Büchern, Katalogen sowie drei Filme dokumentieren sein Schaffen.

Heinz Mack lebt und arbeitet in Mönchengladbach und auf Ibiza.

Über Heinz Mack

Die Anfänge

Ende 1955 reiste der junge Heinz Mack, nach seinem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und dem der Philosophie an der Universität Köln zunächst als Kunst- und Philosophielehrer tätig, erstmals nach Paris. Seine Bekanntschaften mit Yves Klein, Constantin Brâncuși und Lucio Fontana brachten Impulse für die eigene künstlerische Entwicklung.

ZERO

1957 initiierte Mack zusammen mit Otto Piene im Düsseldorfer Atelier der beiden Künstler die sogenannten Abendausstellungen, aus der die Zeitschrift ZERO hervorging und die gleichnamige Künstlergruppe, der sich 1961 Günter Uecker anschloss. Ziel der Künstler war eine radikale Erneuerung der Kunst, indem sie Licht, Luft, Feuer und Wasser zu bildnerischen Materialien erklärten. Von Düsseldorf aus eroberte ZERO die Welt und bildete einen lockeren Verbund internationaler Künstler weit über Europa hinaus. 1964 bespielten Mack, Piene und Uecker auf der documenta III in Kassel einen gemeinsamen Lichtraum mit dem Titel „Hommage à Fontana“, bevor sich der Kern der Gruppe 1966 auflöste.

Werke der ZERO-Zeit

In kühnen Experimenten entwickelte Heinz Mack mit monumentalen Lichtstelen, vibrierenden Lichtreliefs und lichtreflektierenden Kuben sowie motorgetriebenen Rotoren eine neue Bildsprache, in deren Zentrum Licht und Bewegung stehen. Er gilt als führender Vertreter der Kinetischen Kunst. Mit der Verwendung von Plexiglas und Aluminium brachte er zudem völlig neue Materialien in die bildende Kunst ein. 

Malerei der ZERO-Zeit

In der Malerei dominierten die „Dynamischen Strukturen“, oft in den Nicht-Farben Schwarz und Weiß. Es sind Gemälde, in denen die traditionelle Bildkomposition aufgegeben wurde zugunsten einer homogenen Struktur repetitiver Elemente in Intervallen oder Sequenzen. Mack führte damit einen neuen, dynamischen Strukturbegriff in die Malerei ein. 1963 malte er sein zunächst letztes Gemälde auf Leinwand und widmete sich fortan ausschließlich der Bildhauerei mit vielfältigen Materialien wie Metall, Stein, Holz, Gips, Sand, Glas und Keramik. 

„Stelenwald“

Einen der Höhepunkte im Werk der 1960er Jahre bildet der „Stelenwald“, 1966 in der New Yorker Howard Wise Gallery gezeigt und bestehend aus 20 hoch aufragenden, flachen Stelen aus Plexiglas und Aluminium, die das Licht im Raum bündelten, brachen und reflektierten. In abgewandelter Form präsentierte Mack seine Stelen 1970 noch einmal im Deutschen Pavillon der 35. Biennale in Venedig.

Wüste und Arktis

1959 machte Heinz Mack erstmals seine Gedanken zu einem groß angelegten Sahara-Projekt öffentlich, ab 1962/63 verwirklichte er in den Wüsten Afrikas mehrfach seinen „Jardin Artificiel“. Das Sahara-Projekt wurde schließlich 1968 im Rahmen des Films Tele-Mack in der tunesischen Wüste realisiert, indem der Künstler Stelen, Spiegel, Reflektoren, Flügel, Fächer und Kuben inmitten der Sanddünen installierte. Sie ließen das gleißende Sonnenlicht vielfach brechen, spiegeln, reflektieren und in Vibration geraten und verwandelten die unberührte Natur in einen lichtkinetischen Raum. 1976 reiste der Künstler erstmals in die Arktis und erweiterte sein skulpturales Repertoire um schwimmende Objekte. 

Rückkehr zur Malerei

1991 griff Heinz Mack erneut zu Pinsel und Palette und nennt seine Bilder seither in Anlehnung an den musikalischen Begriff der Chromatik „Chromatischen Konstellationen“. Darin untersucht er die Farbe als eine Erscheinung des Lichts in einer leuchtend farbigen Palette. Während in einer Vielzahl seiner Arbeiten ein Zusammenspiel geometrischer Formen das formale Skelett bildet, sind andere Werke durch ein gleichmäßig über die gesamte Bildfläche ausgebreitetes Raster oder Gewebe gekennzeichnet.  

„The Sky over Nine Columns”

Auf der Isola di San Giorgio Maggiore in Venedig realisierte Heinz Mack von Juni bis November 2014, parallel zur 14. Architekturbiennale, eine monumentales Skulpturenensemble mit neun vierkantigen goldenen Stelen. Ihre Oberflächen bestanden aus einem Mosaik von abertausenden eigens dafür hergestellten, winzigen Plättchen aus 24-Karat-Goldblättern, eingeschlossen in hauchdünne Glasscheiben. Auf diese Weise bündelten und reflektierten sie das Licht in sich unablässig ändernden Lichtphänomenen. Zwischen 2015 und 2017 wurde die Skulptur auch in Istanbul, Valencia und St. Moritz gezeigt.

Werke im öffentlichen Raum

Eingriffe in städtebauliche Situationen – Plätze, Parkanlagen, Fassaden – bilden einen weiteren wichtigen Aspekt im Œuvre des Künstlers. Vor allem in den Jahren von 1970 bis 2000 entstanden zahlreiche monumentale Skulpturen aus Beton, Stahl, Granit oder Marmor, reflektierende Stelen, kinetische Objekte, Wasserskulpturen, Lichtreliefs und -stelen, Mosaike sowie Platzgestaltungen, darunter der Jürgen-Ponto-Platz in Frankfurt am Main und der Platz der Deutschen Einheit in Düsseldorf. Darüber hinaus sind die Ausgestaltung sakraler Räume zu nennen, die katholische Kapelle am Erzbischöflichen Kollegium Marianum in Neuss, die Kapelle St. Elisabeth in Mettmann sowie die Kirche St. Theresia in Kaiserslautern. 

Text verfasst und bereitgestellt von Dr. Doris Hansmann, Kunsthistorikerin

Studium der Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Anglistik und Romanistik an der Universität zu Köln, 1994 Promotion. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstmuseum Düsseldorf. Lektorin und Projektmanagerin im Wienand Verlag, Köln. Freiberufliche Tätigkeit als Autorin sowie Lektorin und Buchproduzentin für Verlage und Museen im In- und Ausland. Ab 2011 Cheflektorin im Wienand Verlag, von 2019 bis 2021 Senior Editor bei DCV, Dr. Cantz’sche Verlagsgesellschaft, Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

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